Bankräuber gefasst
Der «Kult-Bankräuber» von Bern ist hinter Schloss und Riegel.

Der «Kult-Bankräuber» von Bern ist hinter Schloss und Riegel. Ein 43-jähriger Schweizer hat gestanden, insgesamt fünf Banken überfallen zu haben. Nach dem jüngsten Delikt letzten Freitag in Worb ging er der Polizei ins Netz.
Nun sitzt er in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Zu überregionaler Bekanntheit brachte es der Mann durch die Fahndungsfotos - sie zeigten, dass sich der Räuber nicht gross verkleidete und trotzdem 15 Monate lang unerkannt blieb.
Eine Bankfiliale im Berner Breitenrain überfiel er beispielsweise mit Norwegermütze, Skibrille und Skijacke. Er nahm sich nicht einmal die Mühe, das Halstuch über Kinn und Mund zu ziehen.
Auf allen Fotos machte er den Eindruck eines zurückhaltenden, harmlosen Typen. Von einer mitgeführten Waffe ist in keinem der Polizeicommuniqués die Rede. Verletzt wurde meist niemand; einmal musste ein Person zur Kontrolle in ärztliche Behandlung gebracht werden.
Wie viel Beute der Mann jeweils machte, ist nicht bekannt. Weitere Ermittlungen sind im Gang.
Auffällig unauffällig
Der erste Überfall geht auf September 2017 zurück. In Köniz trug der Räuber ein helles Baseballcap, Shorts, eine Sonnenbrille und Gartenhandschuhe. Der mitgeführte bunte Plastiksack diente wohl dazu, das erbeutete Bargeld abzutransportieren.
Beim Raub in Bümpliz im Oktober 2017 kleidete sich der Täter verhältnismässig diskret mit einer dunkelblauen Kapuzenjacke und dunklen Jeans. In Worb entschied er sich im Dezember 2017 für eine blaugraue Winterjacke, eine schwarze Mütze und eine Sonnenbrille. Nach dem Überfall flüchtete er mit dem «Blauen Bähnli».
Im Februar 2018 folgte der Überfall im Breitenrain. Danach blieb es längere Zeit still - bis zum vergangenen 21. Dezember. Nach einem Überfall am Bahnhofplatz in Worb bestieg der mutmassliche Täter wiederum ein Tram. Dort fasste ihn die alarmierte Polizei. Im Zug der Anhaltung konnte mutmassliches Deliktsgut sichergestellt werden.
«Ein bisschen arrogant»
Der Bankräuber mit der ungewöhnlich gewöhnlichen Aufmachung sorgte in den Berner Medien für einiges Aufsehen. Der Lokalsender TeleBärn zog vor einiger Zeit sogar einen Experten für Minik und Körpersprache bei.
Dieser analysierte die Fahndungsfotos und kam zum Schluss, «dass ein Mundwinkel nach oben geht». Dieses asynchrone Lächeln sage doch einiges Aus: «Der Mann wirkt entspannt und ein bisschen arrogant. Er scheint davon auszugehen, dass man ihn nicht fassen werde.»






