Arzt

    Arzt kaum erreichbar – Patienten gucken in die Röhre

    Sina Barnert
    Sina Barnert

    Bern,

    Wer einen Arzt oder eine Ärztin braucht, weiss: Sie zu kontaktieren ist oft schwer. Doch warum sind Arztpraxen telefonisch nur so selten erreichbar?

    Arzt
    Besetzt: Das heisst es oft, wenn Patienten ihren Arzt erreichen wollen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Arztpraxen schränken ihre Telefonzeiten immer mehr ein.
    • Wenn das Telefon dann bedient ist, kommt man nur schwer durch.
    • Das macht es für Kranke schwer, ihren Arzt oder ihre Ärztin zu erreichen.

    Wer kennt es nicht: Man fühlt sich schlecht, hat ein spezifisches Leiden oder möchte einfach nur einen Termin ausmachen. Aber wenn man seinen Arzt oder seine Ärztin kontaktiert, kommt regelmässig die Stimme des Anrufbeantworters. Arzt oder Ärztin sei zurzeit nicht erreichbar, heisst es dann.

    Hast du auch Mühe, deinen Arzt oder deine Ärztin zu erreichen?

    Dies, obwohl die Arztpraxen eigentlich geöffnet wären. Doch viele schränken – wohl aus personellen oder finanziellen Engpässen heraus – ihre telefonische Erreichbarkeit stark ein. Das führt dazu, dass die Telefone zu den bedienten Zeiten überlastet sind und es kaum ein Durchkommen gibt.

    Doch nicht nur die eingeschränkte Erreichbarkeit bereitet den Patientinnen und Patienten Mühe – auch die allgemeinen Telefonzeiten sind ein Problem. Viele Praxen bedienen ihre Telefone vor allem zu Bürozeiten. Genau die Zeit also, in der Herr und Frau Schweizer selber arbeiten. Ein Punkt, der es zusätzlich erschwert, eine Praxis zu kontaktieren.

    Stetige Zunahme im Notfall

    Dass Patientinnen und Patienten ihre Ärztinnen und Ärzte nicht mehr erreichen, ist ein bekanntes Problem. «Unsere Patienten berichten immer häufiger, dass die Arztpraxen nur sehr limitiert erreichbar sind.» Das bestätigt Jean-Marc Gauer, Leiter der Notfallstation am Sonnenhofspital in Bern, gegenüber Nau.ch.

    «Daraus resultiert, dass wir oftmals als Rettungsanker fungieren», so der Arzt weiter.

    Jean-Marc Gauer
    Jean-Marc Gauer: Leitender Arzt auf der Notfallstation im Sonnenhofspital in Bern. - citynotfall.ch

    Es sei zwar nachvollziehbar, dass bei der allgemeinen Überlastung der Arztpraxen die Erreichbarkeit der Termine eingeschränkt werde. Dies führe aber zu einer «stetigen Zunahme der Patientenzahl sowohl im Notfall, als auch im Walk-In-Bereich». Gauer weiter: «Dies bekräftigt uns in unserem Streben, den Patienten einen möglichst hürdenfreien Zugang zur adäquaten ärztlichen Versorgung zu gewährleisten.»

    Begrenzte Erreichbarkeit nachvollziehbar

    Die Ärztegesellschaft des Kantons Bern sagt auf Anfrage: «Der Wunsch von Patientinnen und Patienten nach einer lückenlosen Erreichbarkeit ihrer Ärztin oder ihres Arztes ist nachvollziehbar.» Dass aber Telefone ausserhalb der Praxisöffnungszeiten nicht bedient seien, sei legitim.

    Auch die Patientenorganisation SPO kann die begrenzte Erreichbarkeit grundsätzlich verstehen. Diese sei vor allem mit dem «enormen Personalmangel» erklärbar. Die Organisation kenne das Phänomen der schlecht erreichbaren Ärzte, sagt auch Geschäftsführerin Susanne Gedamke. Probleme mit der Erreichbarkeit seien vor allem in der Grundversorgung – bei den Hausarztpraxen – ein Thema.

    Bei dringenden Anliegen: zum Arzt oder zur Ärztin im Notfall

    Gedamke erklärt: «Wir raten meistens dazu, bei einem sehr dringenden Anliegen einen Arzt oder eine Ärztin im Notfall aufzusuchen.» Es bestehe zudem die Möglichkeit, «telemedizinische Angebote in Anspruch zu nehmen. Diese können häufig bereits Abhilfe verschaffen.»

    Susanne Gedamke
    Susanne Gedamke ist Geschäftsführerin der Schweizerischen Patientenorganisation SPO. - spo.ch

    Es komme leider auch immer wieder vor, dass das Nicht-Erreichen von Ärztinnen und Ärzten Folgen habe. Ausserdem komme es auch vor, «dass Ärzte ihren Patienten explizit raten, keine Notfallstation aufzusuchen». Dies könne je nach Sachlage ernsthafte Konsequenzen haben, sagt die Geschäftsführerin der Patientenorganisation.

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    Kommentare

    User #4796 (nicht angemeldet)

    Es ist heute unmöglich die Arztpraxen telefonisch zu erreichen? Die Telefonautomaten laufen Morgens von der Öffnungszeit bis am Feierabend, meistens mit dem Hinweis, sie können sich per E-Mail melden mit Entspr. Angaben. Das ist eine Diskriminierung gegen über Kranken und älteren Leute die keine Elktronische möglichkeit haben, oder einen Nachbaren zu Beauftragen. Wo kann man Hilfe hohlen. Was unternimmt das Gesundheitswesen oder die Politik. dieser zustand ist nicht tragbar schon gar nicht bei den immer Steigenden Prämien.

    Minimaus

    Beim Spezialisten ist 3-4 Wochen normal. Manchmal auch nicht schlecht, gibt viele die rufen an und nach 2 Wochen ist es auf einmal gut. Aber sonst ist das seit Jahren gleich, bei der Klinik der ich bin

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