Flughafen Zürich

Am Flughafen Zürich: Ist das der traurigste Spielplatz der Schweiz?

Stephan Felder
Stephan Felder

Kloten,

Der Spielplatz im Dock B des Flughafens Zürich wirkt eher zweckmässig als verspielt. Eine Expertin sieht deutliches Verbesserungspotenzial.

Spielplatz
Ein Desaster: Der Spielplatz am Flughafen Zürich. - Nau.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Spielbereich im Dock B des Flughafens Zürich bietet nur wenige Spielmöglichkeiten.
  • Spielplatz-Expertin Anne Wegmüller hält die Anlage für «nicht wahnsinnig gelungen».
  • Der Flughafen verweist bei der Gestaltung auf Sicherheits- und Brandschutzvorgaben.

Eine Art Schiff mit Steuerrad, ein gefedertes Hüpf-Element und drei undefinierbare Hügel: Der Spielplatz im Dock B des Flughafens Zürich sieht wenig einladend aus.

Glänzende Kinderaugen und fröhliche Spielmomente kann man sich hier nur schwerlich vorstellen. Ist das der traurigste Spielplatz der Schweiz?

Dabei wäre doch ausgerechnet ein Flughafen ein Ort, an dem Spielangebote besonders gefragt sind. Familien verbringen dort längere Wartezeiten, die Kinder sollten sich bewegen und beschäftigen können.

Trostlose Spielplätze

Kennst du einen Spielplatz, den du so richtig trostlos findest – vielleicht sogar noch trauriger als jenen am Flughafen Zürich? Dann melde dich mit Foto und Ortsangabe per Mail an [email protected]!

Auch bei der Spielplatz-Expertin Anne Wegmüller sorgt die Anlage nicht gerade für Begeisterung. Sie arbeitet bei Spielraum, einer Organisation, die naturnahe Freiräume und Spielplätze gestaltet.

Wegmüller findet klare Worte: «Das Beispiel am Flughafen Zürich ist sicher nicht wahnsinnig gelungen», sagt sie zu Nau.ch. Die vorhandenen Elemente würden Kinder im besten Fall zehn Minuten beschäftigen. «Dann haben sie alles gesehen und es wird langweilig.»

Spielplatz bietet wenig Möglichkeiten

Aus Sicht der Expertin sollte ein guter Spielplatz deutlich mehr leisten. Spielraum orientiere sich bei der Planung an mehreren zentralen Bereichen: Bewegung, Gestaltung, Begegnung und Interaktion sowie Entdecken und Beobachten.

Dazu gehören etwa Klettern, Balancieren oder Hüpfen, aber auch Elemente zum Ausprobieren und Wahrnehmen. Das ist Outdoor natürlich einfacher zu erreichen als in geschlossenen Räumen.

Doch auch im Innenraum eines Flughafens gäbe es laut Wegmüller kreative Möglichkeiten. «Man könnte Kunstelemente und Spiel verbinden», sagt sie als Beispiel.

Der bestehende Bereich sei auch optisch wenig anziehend.

Ganz abschreiben will sie die Anlage allerdings nicht. «Der Symbolcharakter ist gut. Er zeigt: Hier dürfen Kinder sein, hier dürfen sie spielen.»

Sollte der Gestaltung von Spielplätzen mehr Beachtung geschenkt werden?

Und das sei auf Reisen wichtig. «Reisen ist für Kinder anspruchsvoll. Ein solcher Spielplatz ist sicher besser als gar keiner.»

Ideal wäre aber ein Angebot, das das Spielbedürfnis umfassender abdeckt.

Flughafen verweist auf Sicherheitsvorgaben

Der Flughafen Zürich teilt auf Anfrage von Nau.ch mit, dass der Spielbereich oft von reisenden Familien genutzt werde.

Bei der Gestaltung hätten auch praktische Vorgaben eine Rolle gespielt: «Die Gestaltung orientierte sich wie bei allen Spielbereichen am Flughafen unter anderem an Sicherheits- und Brandschutzvorgaben

Dass die Anlage dadurch eher funktional als verspielt wirkt, dürfte viele Eltern dennoch nicht überraschen. Die Elemente sind robust, pflegeleicht und einfach zu reinigen.

Dafür bleibt der Fantasie wenig Raum. Für grosse Abenteuer reicht es am Flughafen wohl nicht.

Kommentare

User #4374 (nicht angemeldet)

Kinder haben an Flughäfen sowieso nichts verloren.

User #5443 (nicht angemeldet)

Sagt vieles aus. Erstellt von Erwachsene, die als Einzelkind nie richtig Spielen gelernt hatten.

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