Ein lauer Sommerabend, ein hohes Summen: Die Stechmücken sind da. Ihre Stiche jucken und schwellen auch einmal stärker an. Allergische Reaktionen auf die Aktionen der Blutsauger sind indessen äusserst selten.
Ein Quälgeist an Sommerabenden: Die heimische gemeine Steckmücke (Culex pipiens).
Ein Quälgeist an Sommerabenden: Die heimische gemeine Steckmücke (Culex pipiens). - sda - Franco Patrizia, pixabay

Normalerweise zeigt sich die Folge des Stichs als eine etwa ein Zentimeter grosse rote Quaddel, wie das Allergiezentrum am Dienstag mitteilte. Die kleine Geschwulst ist eine Abwehrreaktion auf den Speichel der Mücke. Dieser betäubt während des Stichs und hemmt die Blutgerinnung. Auch werden Histamine freigesetzt, was Juckreiz und Entzündung auslöst.

Ganz anders als die Stiche von Bienen und Wespen, welche heikle Reaktionen wie Nesselfieber, Schwellungen, Übelkeit und Atemnot auslösen können, sind die Mückenstiche harmloser.

Das Allergiezentrum rät im Falle eines Mückenstichs, diesen zu ignorieren. Damit keine Bakterien in den Stich eindringen können, sollte man nicht kratzen. Besser ist es, bei starkem Juckreiz auf den Einstich zu klatschen. Auch Kühlen kann helfen oder eine juckreizstillende Crème. Bei grösseren Entzündungen verschreiben Fachpersonen kortisonhaltige Salben oder ein Antihistaminikum.

Am besten ist es, Stiche von vorneherein zu vermeiden. Dafür rät das Allergiezentrum zu heller, langer und weiter Kleidung. Auch Mückenschutzmittel leisten gute Dienste. Allerdings sollten hier Menschen mit empfindlicher Haut vor Kontaktallergien auf der Hut sein. Sie sollten das Schutzmittel besser auf die Kleidung sprühen.

Fliegengitter sperren Mücken aus dem Haus aus und Moskitonetze halten sie vom Bett fern. Zudem sollte man den Mücken keine Brutstätten und damit keine mit Wasser gefüllten Gefässe bieten.

Die sich immer weiter verbreitende invasive Tigermücke unterscheidet sich allergiemässig nicht von den einheimischen Quälgeistern. Sie sticht anders als die heimischen Quälgeister auch am Tag. Sie kann Krankheiten wie das Zika- und Dengue-Fieber verbreiten. Solche Fälle sind in der Schweiz bisher allerdings nicht bekannt.

Stechmücken schlüpfen im Sommer aus stehendem Wasser. Sobald es eindunkelt, schwärmen sie auf der Suche nach Blut aus. Dieses benötigen die Weibchen für die Eierproduktion. Steuern lassen sie sich von ihrem feinen Sensorium für Kohlendioxid aus der Atemluft, Duftstoffe im Schweiss und mittels Infrarot.

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