Airline lässt jetzt grosse Hunde in die Kabine – auch die Swiss?

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Italien,

First Class für Hunde: ITA Airways lässt bis zu 30 Kilogramm schwere Vierbeiner in der Kabine fliegen – und der Tierschutz jubelt.

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Bei ITA Airways fliegen Hunde bis zu 30 Kilo jetzt in der Kabine. (Symbolbild) - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer mehr Reisende wollen ihren Hund im Flugzeug bei sich haben.
  • ITA Airways lässt Hunde neu bis 30 Kilo auf Inlandsflügen in der Kabine mitfliegen.
  • Der Tierschutz begrüsst die Neuerung – und wünscht sich das für alle Airlines.

Ab Frühjahr 2026 wird’s tierisch luxuriös: Was bislang kaum vorstellbar war, macht die italienische Airline ITA Airways jetzt möglich.

Erstmals dürfen grosse Hunde bis zu 30 Kilo auf Inlandsflügen direkt in der Kabine mitreisen. Schäferhund, Dalmatiner oder Bullterrier – jeder bekommt seinen eigenen Sitzplatz, direkt neben Frauchen oder Herrchen.

Nicht mehr nur winzige Fellknäuel unterm Vordersitz – ausgewachsene Vierbeiner sitzen jetzt mitten in der Kabine!

Bisher wurden grosse Hunde im Flugzeug nämlich abgeschoben: Nur kleine Vierbeiner unter acht Kilo durften in einer Box unter dem Sitz mitreisen. Der Rest musste in den Frachtraum – Für viele Halter der blanke Horror.

Jetzt ändert sich das: ITA Airways erlaubt die Kabine – Die Luftfahrtbehörde hat bereits grünes Licht gegeben.

Ganz ohne Regeln geht es aber nicht: Hunde müssen angeleint sein, einen Maulkorb tragen und bekommen einen Fensterplatz mit speziellem, saugfähigem Teppich.

Der Besitzer sitzt direkt daneben. Der «First Class»-Sitz für den Vierbeiner muss separat gebucht und bezahlt werden.

Hunde sind oft «Teil der Familie»

Viele betrachten ihren Hund als Familienmitglied, auf das sie auf Reisen nicht verzichten wollen. Jörg Eberhart, Geschäftsführer von ITA, bringt es auf den Punkt: Haustiere seien heute oft «Teil der Familie». «Wir möchten, dass jede Reise gemeinsam begonnen und beendet werden kann, ohne Trennungen.»

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Für viele ist der Hund ein Familienmitglied, das sie auf Reisen nicht missen wollen. (Symbolbild) - pexels

In der Schweiz ist man zurückhaltender. Bei Swiss ist eine Kabinenlösung für grosse Hunde derzeit kein Thema – obwohl die Nachfrage gross ist. Das sagt Swiss-Mediensprecher Michael Pelzer gegenüber Nau.ch.

Er erklärt: «Im Jahr 2025 sind insgesamt fast 23'500 Tiere mit uns gereist, davon rund 21'500 in der Kabine. Entweder als Haustier in einer Box oder als ‹Service Animal›.»

Die Tiere in der Kabine dürfen (inklusive Box) nicht schwerer als acht Kilo sein. Für schwere Blindenhunde gilt das nicht.

Rund 2000 (schwerere) Tiere hat die Swiss im Frachtraum mitgenommen.

Ein «Service Animal» ist ein speziell ausgebildetes Tier, das Menschen mit Behinderung im Alltag unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel Blindenhunde.

Mehr Tierwohl in der Kabine

Lucia Oeschger vom Schweizerischen Tierschutz lobt den italienischen Vorstoss gegenüber Nau.ch: «Aus Tierschutzsicht ist es zu begrüssen, wenn auch grössere Hunde in der Kabine mitfliegen dürfen.»

Flugreisen würden für Hunde grundsätzlich eine ungewohnte und potenziell stark belastende Situation darstellen. «Die Nähe zu ihrer Bezugsperson wirkt dabei beruhigend und hilft vielen Tieren, Stress besser zu bewältigen», so Oeschger.

Findest du es gut, dass Hunde bis 30 Kilo in die Kabine dürfen?

In der Kabine sind Temperatur und Luftdruck reguliert, das Tier kann überwacht werden. Im Frachtraum oft nicht, erklärt die Expertin: «Man sollte im Einzelfall prüfen, ob ein Transport im Frachtraum wirklich nötig ist.»

Doch auch in der Kabine gibt es Risiken, gibt Oeschger zu bedenken: «In der Kabine unterliegen Hunde denselben allgemeinen Risiken wie menschliche Fluggäste.» Und dazu gehöre sogar ein geringes Thromboserisiko.

Jeder Hund ist anders

Wie gut ein Hund eine Flugreise verkraftet, hängt stark vom Charakter ab, erklärt Lucia Oeschger. Gelassene, gesunde Tiere, die Lärm und Menschenmengen gewohnt seien, hätten meist keine Probleme.

«Für ängstliche, schlecht sozialisierte oder leicht überforderte Hunde dagegen sollten – wann immer möglich – tierfreundliche Alternativen zu Flugreisen gesucht werden. Dies gilt umso mehr, wenn er allein im Frachtraum reisen müsste.»

So oder so gilt: Sorgfältige Vorbereitung ist das A und O, meint die Expertin. «Halter sollten sorgfältig und individuell abwägen, ob der Hund tatsächlich vom Mitkommen profitiert oder ob eine Flugreise zu belastend wird.»

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Der Tierschutz wünscht sich Kabinenplätze für alle Hunde und Katzen. (Symbolbild) - pexels

Langfristig wäre es aus Tierschutzsicht wünschenswert, wenn mehr Airlines nachziehen und Kabinenlösungen für Tiere anbieten würden.

Lucia Oeschger erklärt: «Aus Tierschutzsicht wäre es empfehlenswert, grundsätzlich allen Hunden und Katzen die Mitreise in der Kabine zu ermöglichen. Gegebenenfalls unter Nutzung spezieller Sitzbereiche oder technischer Anpassungen.»

Zwar sei dies nicht bei jedem Flugzeugtyp realisierbar. Doch würde es das Tierwohl auf Flugreisen erheblich verbessern.

Probleme vorprogrammiert?

Doch nicht alle Passagiere dürften begeistert sein: Angst vor Hunden oder Allergien könnten stören. ITA hat aber vorgesorgt: Auf einem Testflug von Mailand nach Rom wurden die Vierbeiner schon einmal in der Kabine getestet. Passagiere mit Angst oder Allergien dürfen einfach den Sitzplatz wechseln.

Kommentare

User #3446 (nicht angemeldet)

Schööööön. Ich sitze neben einem Flohtieger für mein Geld.

User #7732 (nicht angemeldet)

Ein Grund mehr, um nicht mehr zu fliegen.. 😘

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