42 Anmeldungen für Wegzug aus Brienz GR eingegangen

Keystone-SDA
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Thusis,

Die Rutschungen im und rund um das Dorf Brienz GR haben in den vergangenen Wochen stagniert oder gar leicht abgenommen. Trotzdem gingen gemäss dem aktuellen Bulletin der Gemeinde Albula/Alvra 42 Gesuche zur präventiven Umsiedlung ein.

brienz evakuierung
Brienz GR nach dem Hangrutsch. - Nau.ch / Nico Leuthold

Die Zahl stieg im Vergleich zu einem früheren Anmeldefenster im September 2025 noch leicht an. Damals waren 40 Anmeldungen für die Umsiedlung eingegangen.

«Im Februar 2026 erhielten interessierte Eigentümerinnen und Eigentümer noch einmal die Gelegenheit, sich für eine präventive Umsiedlung anzumelden. Dabei wurden vier Liegenschaften neu angemeldet, zwei wurden zurückgezogen», erklärte der Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Albula/Alvra, Christian Gartmann, gegenüber Keystone-SDA.

In den 42 Liegenschaften, die Teil der präventiven Umsiedlung sind, befinden sich gemäss Gartmann rund 90 Erst- und Zweitwohnungen. «Eine genaue Zahl zu den ständigen Bewohnern in diesen Liegenschaften kennen wir nicht», führte Gartmann aus.

Die Umsiedlungskosten werden zu 90 Prozent von Bund und dem Kanton Graubünden getragen.

Als nächster Schritt stimmt nun die Gemeindeversammlung Albula/Alvra über das Umsiedlungsprojekt ab. Danach behandelt voraussichtlich im Spätsommer die Bündner Regierung dieses Vorhaben.

Nach der rechtskräftigen Projektgenehmigung können alle, die sich für die Umsiedlung entschieden haben, innert fünf Jahren umziehen.

Wer umziehen will, hat drei verschiedene Möglichkeiten. Er kann in ein bestehendes oder neues Haus innerhalb einer rechtsgültigen Bauzone im Kanton ziehen.

Es besteht aber auch die Variante, dass sich die Betroffenen für das aufgegebene Land und Gebäude auszahlen lassen.

Schliesslich können sich die Brienzerinnen und Brienzer dazu entscheiden, sich in vordefinierten Umsiedlungszonen innerhalb der Gemeinde Albula/Alvra ein neues Zuhause zu suchen.

Gemäss Gartmann möchte rund die Hälfte der Angemeldeten in eine bestehende Bauzone in Albula/Alvra oder in eine andere Gemeinde in Graubünden aussiedeln. Etwa ein Viertel interessiere sich für eine der neuen Umsiedlungszonen, die in Albula/Alvra geschaffen werden sollen und ein weiterer Viertel habe sich noch nicht entschieden. «Die Wahl der Variante ist heute noch nicht definitiv, die Angemeldeten können die Auswahl noch ändern», gab Gartmann zu bedenken.

Die bestehenden Gebäude im Dorf Brienz müssen aber bei allen drei Möglichkeiten zurückgebaut und das Land wiederhergestellt werden.

Die Situation im Dorf hatte sich aufgrund eines Entwässerungsstollens und Drainage-Bohrungen in den vergangenen Monaten deutlich stabilisiert. Seit fast fünf Monaten leben wieder Menschen im Bergdorf, nachdem sie dieses zuvor mehrmals mehrere Monate verlassen mussten.

Konkret zählt Brienz aktuell gemäss Gartmann 43 Einwohnerinnen und Einwohner. «29 waren bereits vor der zweiten Evakuierung dort wohnhaft, 14 Personen – darunter auch zwei Familien mit Kindern – sind neu nach Brienz gezogen», so Gartmann.

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