Polizisten in Österreich klärten nach über drei Jahren einen grossen Kapitalanlagebetrug. Dabei handelt es sich um rund eine Million Euro Schadenssumme.
Ermittlungen gegen Kapitalanlagebetrug
Die Polizei von Österreich (Symbolbild). - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach über drei Jahren klärt ein Polizist aus Österreich einen grossen Kapitalanlagebetrug.
  • Beim Haupttäter handelt es sich um einen 74-jähriger deutschen Staatsbürger.
  • Rund eine Million Euro Schadenssumme ist bereits zusammengekommen.

Bei den jahrelangen Ermittlungen handelt es sich um einen gross angelegten internationalen Betrug mit falschen Aktien. Ein Kriminalbeamter der Polizeiinspektion Ried im Innkreis hat den Täter nun aufgedeckt. Allein in Österreich geht es beim Kapitalanlagebetrug um 25 bekannte Opfer mit einer Schadenssumme von rund einer Million Euro. Dies berichtet Michael Babl, Sprecher der Polizei Oberösterreich, gegenüber Nachrichtenagentur APA.

Auch Nachbarsländer sind betroffen. Die Rede ist von 200 bekannten Opfern in Deutschland und weiteren 25 Anlegern in der Schweiz. Babl geht zudem von einer hohen Dunkelziffer bei weitern Opfer aus.

Jahrelanger Kapitalanlagebetrug

Als ein Opfer im September 2018 bei der Polizeiinspektion Ried im Innkreis den Kapitalanlagebetrug zur Anzeige brachte, begannen die Ermittlungen. Der Kriminalbeamte konnte bei seinen Ermittlungen herausfinden, dass Kopf ein 74-jähriger deutscher Staatsbürger sein soll, der nach Portugal ausgewandert ist. Bereits seit 2004 gibt er sich als Geschäftsführer oder Präsident von Unternehmen aus. Im Polizeibericht heisst es, mit wechselnden Komplizen versucht er die Interessenten zum Kauf von wertlosen Aktien zu bewegen.

Aktienzahlen
Die Polizei von Österreich ermittelt gegen Kapitalanlagebetrug. - dpa

Die Anleger werden von gut geschulten Telefonverkäufer kontaktiert. Diese erzählen von Unternehme, die in der Krebsforschung tätig sind und die scheinbar vor einem Börsengang stehen. Von Schnäppchenpreisen und starken Wertsteigerungen können diejenigen profitieren, die schnell investieren. Die Inverstoren erhalten nach den Geldtransaktionen Bestätigungen über den Besitz von Stammaktien und Geldeingang.

Weitere Betroffene werden gesucht

Die Polizei von Österreich teilte mit, dass bisher alle bekannten betrügerischen Unternehmen vom 74-jährigen Schurke geleitet worden sind. Die Organisation gibt sich unter den Firmennamen GenMedCare Corp., OLEVRA Lda., Schlangenfarm Schladen Ivy Venoms GmbH oder auch Ivy Biz Inc. aus.

Festgenommen werde, konnte bisher niemand. Die Beschuldigten können also weiterhin tätig sein. Die Polizei bittet Betroffene darum sich bei der Polizeiinspektion Ried im Innkreis zu melden.

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