Procap Bern: Spielerisch auf dem Weg zur Inklusion
Auf der «Rankmatte» in Langenthal BE wird Fussball zum Inklusionsprojekt: Menschen mit und ohne Behinderung spielen hier gemeinsam.

Es ist ein regnerischer Montagabend in Langenthal. Dutzende von jungen Fussball-Begeisterten trainieren auf der «Rankmatte», darunter auch die Procap Truppe von Rafael Weibel.
Der ausgebildete Sozialpädagoge und langjährige Fussball-Funktionär trainiert ein bunt zusammengewürfeltes Grüppchen, wobei nicht die Technik im Vordergrund steht, sondern die Spielfreude. Die Regeln werden pragmatisch gehandhabt, und die junge Frau im übergrossen Tor wird durch einen Assistenztrainer unterstützt.

«Hier können sie ihre Leidenschaft ausleben – egal woher sie kommen und wohin sie morgen gehen. Am Schluss unseres Trainings kommen E-Junioren und ihre Betreuer von den benachbarten Fussballfeldern und spielen mit. Ähnlich wie die improvisierten Spiele in der Badi, wo alle mitmachen können», sagt Weibel.
Was so spontan erscheint, ist ein gut eingefädeltes Inklusionsprojekt von Procap, der grössten Behinderten-Selbsthilfeorganisation der Schweiz.
Sophie Muralt, Co-Geschäftsleiterin von Procap Bern, erklärt die Philosophie dahinter: «Wir bieten ganz unterschiedliche Sportangebote für Menschen mit Behinderungen – von Fussball über Unihockey bis Schwimmen.
Aber das sind separate Angebote, und wir möchten einen Schritt weitergehen in Richtung Inklusion. Teams von Sportklubs, in denen auch Menschen mit Behinderungen Platz haben, sind sehr bereichernd für das gesamte Klubleben.

Und den Menschen mit Behinderungen erschliesst sich damit das gesamte Vereinsleben, sie werden an Mitglieder-Anlässe eingeladen, können an Sponsorenläufen teilnehmen oder besuchen die Matches der Ersten Mannschaft.
Ich bin überzeugt, dass diese Art von Inklusion für alle Seiten positiv ist. Wir gehen gerne auf diesem Weg weiter und suchen dafür auch Freiwillige, die sich engagieren möchten.»

Für dieses Inklusionsprojekt ist Procap Bern kürzlich mit dem «Prix Printemps» ausgezeichnet worden. Das Preisgeld von 20'000 Franken unterstützt die Organisation bei der weiteren Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Sportvereine.








