Giovanna Battagliero: «Bewegung bedeutet ein Stück Freiheit»
Inklusion entsteht nicht durch schöne Worte, sondern durch konkrete Möglichkeiten. Zum Beispiel beim Sport. Ein Gastbeitrag von Giovanna Battagliero.

Für Viele von uns sind Sport und Bewegung ein beliebtes Freizeitvergnügen. Für Menschen mit Behinderungen sind sie oft mehr: ein Schlüssel zur Selbstbestimmung und ein wichtiger Schritt hin zur Inklusion.
In der Stiftung Rossfeld erleben wir täglich, wie zentral Bewegung für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit körperlichen Behinderungen ist.
Bei den Schulkindern der besonderen Volksschule beginnt Bewegung nicht erst im Sportunterricht, sondern ist Teil des Schulalltags, der Therapie und der Freizeit. Bewegung stärkt nicht nur ihre Muskeln, Beweglichkeit und Koordination, sondern auch ihr Selbstvertrauen und ihre Eigenständigkeit.
Aktuell sind einige unserer Schülerinnen und Schüler wie viele andere junge Bernerinnen und Berner im Wintersportlager. Für sie ein Höhepunkt des Schuljahres.

Im Dual-Skibob (ein spezieller Schlitten mit Sitzschale und Ski) oder auf eigenen Ski überwinden sie gemeinsam mit Therapeutinnen und Therapeuten sowie Skilehrpersonen Grenzen, sammeln neue Erfahrungen und stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um Zugehörigkeit und Teilhabe. Jede Abfahrt baut Barrieren ab – körperliche und gesellschaftliche.

Einmal mehr entsteht Inklusion nicht durch schöne Worte, sondern durch konkrete Möglichkeiten.
Zugängliche Sportangebote für Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel im Sportverein oder im Quartier, wirken oft hinein in den Alltag und ermöglichen ein bewegteres Miteinander ohne Barrieren.
Zur Autorin
Giovanna Battagliero (*1975) ist Direktorin der Stiftung Schulungs- und Wohnheime Rossfeld.






