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    Bikesharing in Bern: Ab jetzt mit dem SwissPass auf das Publibike

    Andrea Bauer
    Andrea Bauer

    Bern,

    Einfach aufs Velo steigen, ohne App und Anmeldung: Was lange nach Zukunft klang, ist in Bern Realität. Mit «Tap&Go» wird Bikesharing so unkompliziert wie nie.

    PubliBikes
    Kein Download, keine Registrierung: Ein SwissPass mit SBB-Profil genügt. - Daniel Zaugg

    «Das Veloschloss aktivieren, also einfach den SwissPass hier ans Lesegerät halten und losfahren», sagt Markus Bacher, hält seine Karte hin und ‹zack› öffnet sich das Schloss. Wir treffen den CEO von PubliBike in der Rathausgasse, wo er die Neuerung demonstriert, die nun auch in Bern verfügbar ist.

    Kein Download, keine Registrierung: Ein SwissPass mit SBB-Profil genügt. «Damit sinkt die Hürde nochmals deutlich», ist Bacher überzeugt. Tatsächlich dauert der Zugang zum grössten Bikesharing-Netz der Schweiz nur Sekunden.

    Die Abrechnung erfolgt automatisch über das im SBB-Konto hinterlegte Zahlungsmittel. Als Anreiz schenkt die SBB zudem die ersten 30 Minuten der ersten Fahrt mit Velo oder E-Bike.

    Die letzte Meile wird digital

    Für viele ist es ein spontaner Mobilitätsmoment, für SBB und PubliBike der nächste logische Schritt. Nach Zug oder Bus einfach aufs Velo steigen, schliesst die Lücke zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr.

    publibike sbb
    Die Abrechnung erfolgt automatisch über das im SBB-Konto hinterlegte Zahlungsmittel. - Daniel Zaugg

    «Mobilität endet nicht am Bahnhof», sagt Bacher. Anfang 2026 wurde das beliebte «Velo Bern» zur «Velo Region Bern» erweitert: Rund 2300 Velos und E-Bikes stehen in 17 Gemeinden bereit, verteilt auf über 300 Stationen. Schweizweit sind es inzwischen mehr als 10'000 Fahrräder, rund drei Viertel davon elektrisch.

    Eines für alle

    Die PubliBikes sind bewusst schlicht und robust gebaut: keine empfindlichen Schaltungen, keine anfälligen Hebel. «Ein gäbiges Velo für alle: einfach Sattel einstellen, dank tiefem Einstieg bequem aufsteigen und losfahren», sagt Bacher und hat sogleich mit nur einem Handgriff den Sattel des Velos auf seine Höhe verstellt.

    Besonders die neue Generation, die in Biel montiert worden ist (und nach wie vor wird), zeigt, dass auch das Recycling Teil des Mobilitätswandels ist: Alte Komponenten werden nämlich wiederverwertet, defekte Teile ersetzt. «Weggeworfen wird nichts», betont der CEO.

    Die E Bikes der neusten Generation verfügen inzwischen über leistungsstärkere Batterien mit mehr Reichweite und ein integriertes Schliesssystem. In Bern kommt neu eine kleine Handyhalterung hinzu, was praktisch ist für die Navigation durch die Gassen oder bei unbekannten Zielen.

    Hinter der scheinbar einfachen Nutzung steckt ein komplexes logistisches System. Denn: Nicht überall werden zur gleichen Zeit gleich viele Velos oder E Bikes gebraucht. Morgens steigt die Nachfrage in den Quartieren, abends in der Stadt. «Das ist denn auch unsere grösste Herausforderung», gibt Bacher zu, der selbst Informatiker ist.

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    Rund 2300 Velos und E-Bikes stehen in 17 Gemeinden bereit, verteilt auf über 300 Stationen. - Daniel Zaugg

    «Die Ausgleichslogistik ist eine äusserst komplexe Aufgabe, da so viele verschiedene Komponenten mit reinspielen.» Vom Wetter über die Tages- und Jahreszeit bis hin zu aktuellen Veranstaltungen. Automatisierte Programme prognostizierten zwar inzwischen gut, wo welche Fahrzeuge gebraucht würden.

    «Trotzdem ersetzt die Software den Menschen nicht. Es braucht nach wie vor routinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eingreifen können. Denn oft hat die Erfahrung genau dort recht, wo die Daten sich täuschen», sagt Bacher mit einem Schmunzeln.

    Fahren mit Verantwortung

    Nach wie vor bleibt zwar der Vandalismus ein wiederkehrendes Thema. Die Disziplin der Nutzerinnen und Nutzer habe sich hingegen verbessert. Wer mit einem Abo via PubliBike-App oder seiner SwissPass-Karte fährt, trage Verantwortung.

    Und genau hier gelte es denn auch, wachsam zu sein, betont Bacher: «Man sollte niemals fremden Leuten eine Fahrt schenken. Was nett gemeint ist, wurde schon oft ausgenutzt. Denn wird das Velo anschliessend missbräuchlich verwendet oder nicht korrekt zurückgebracht, haftet die Person, deren SwissPass oder Telefonnummer eingesetzt wurde», betont Bacher.

    Mehr als ein Trend

    Seit der Fusion mit «Velospot» ist PubliBike Teil eines landesweiten Netzwerks, getragen von SBB und Post. Ziel ist nachhaltige, barrierefreie Mobilität. Eine zukünftige Ergänzung könnten E Trottinette werden, in einigen Städten werde das bereits erprobt.

    «Da man mit diesen aber weder auf der Strasse noch auf dem Trottoir, sondern nur auf Velowegen unterwegs sein darf, sind sie aus meiner Sicht noch keine wirklich ausgereifte Alternative», sagt Bacher und ist überzeugt, dass das klassische Velo die Nase vorn behalten wird: «Man kann im praktischen Korb etwas transportieren und tut gleichzeitig seiner Gesundheit etwas Gutes.»

    Ein Klick genügt

    Wird das Velo an einer Station abgestellt und abgeschlossen, endet die Fahrt automatisch. Für Vielfahrende lohnt sich ein Abo über die App, für spontane Fahrten bietet «Tap&Go» eine schnelle Lösung. Ein durchdachtes System, vom Schloss bis zum Algorithmus.

    INFO

    Fakten zu PubliBike und «Tap&Go»

    Start: 2011 in Genf, heute landesweites Netz

    Betrieb: Tochtergesellschaft der Schweizerischen Post

    Netz: über 300 Stationen in 17 Gemeinden der Velo Region Bern, mehr als 2300 Velos und E-Bikes

    Tarif B Quick: CHF 3 (Velo) / CHF 5 (E Bike) für 30 Minuten, danach CHF 0.10 bzw. 0.20 pro Minute

    Abrechnung: automatisch über SwissPass («Tap&Go»)

    Technik: neue Akkus, automatische Schlosssteuerung, Recycling Komponenten, optionale Halterung fürs Smartphone

    Vision: Verbindung von öffentlichem Verkehr und Mikromobilität für eine nachhaltige Schweiz

    Für Bacher ist Velosharing längst fester Bestandteil urbaner Mobilität: «Je einfacher es ist, desto eher steigen die Leute um», sagt er und blickt auf die Reihe violetter Räder hier am Standort Rathausgasse. Man hat die Wahl zwischen E-Bikes und Velos, genau wie es sein sollte.

    Dass das jederzeit und an jeder Station der Fall ist, dafür setzen sich Bacher und sein Team tagtäglich ein. Wenn Mobilität so einfach wird, gibt es somit kaum noch Gründe, stehenzubleiben!

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    Kommentare

    User #2323 (nicht angemeldet)

    Velos mit Körbchen sind peinlich.

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