Die Zahl der Rotmilane in der Schweiz ist in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Rund die Hälfte der Schweizer Vögel überwintert gleich im Land.
Ein Rotmilan hält Ausschau nach Beute. Der Greifvogel ist sehr anpassungsfähig und fühlt sich in der Schweiz offenbar wohl, sein Bestand hat zugenommen. (Archivbild)
Ein Rotmilan hält Ausschau nach Beute. Der Greifvogel ist sehr anpassungsfähig und fühlt sich in der Schweiz offenbar wohl, sein Bestand hat zugenommen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Das Wichtigste in Kürze

  • In den letzten Jahrzehnten ist die Rotmilan-Population in der Schweiz stark gewachsen.
  • Der Vogel ist sehr anpassungsfähig, was seine Nahrung und sein Zugverhalten betrifft.
  • Nebst Mäusen und Würmern verspeist der Vogel auch Aas und Abfall.

Die Population der Rotmilane ist in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen. Der Greifvogel ist sehr anpassungsfähig, was seine Nahrung und das Zugverhalten betrifft. Mittlerweile überwintert rund die Hälfte der Schweizer Rotmilane im Land.

Die Vogelwarte Sempach untersuche die Gründe für die Anpassungsfähigkeit, hiess es am Dienstag in einer Mitteilung. Rund 2800 bis 3500 Paare brüten demnach in der Schweiz, dies entspreche rund zehn Prozent des Weltbestandes. Deshalb habe die Schweiz eine «hohe internationale Verantwortung» zum Schutz des Vogels.

Rotmilane noch immer zahlreichen Gefahren ausgesetzt

Der Vogel sei trotz des Bestandesaufschwungs zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dazu gehörten Kollisionen, Stromschläge, Vergiftungen und illegale Abschüsse.

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Ein Rotmilan kreist am Himmel mit dem zunehmenden Mond. - dpa

Warum sich der «elegante Segelflieger» in der Schweiz derart wohlfühlt, untersucht die Vogelwarte seit 2015 in einem Forschungsprojekt. Dies habe ergeben, dass der Rotmilan bei seiner Nahrungswahl nicht wählerisch sei. So verspeise der Vogel nebst Mäusen und Würmern auch Aas und Abfall.

Grosse Gruppen von Rotmilanen versammelten sich auch, um gemeinsam verletzte oder tote Tiere zu fressen. Deshalb erinnere der Vogel in seiner ökologischen Funktion «eher an einen Geier denn an einen agilen Jäger».

Ältere Rotmilane bleiben im Winter in der Schweiz

Anpassungsfähig sei er auch in seinem Zugverhalten. Früher seien im Herbst alle Schweizer Rotmilane auf die Iberische Halbinsel gezogen, um dort zu überwintern. Doch je älter die Vögel würden, desto eher blieben sie in der Schweiz. Mittlerweile überwintere rund die Hälfte der Schweizer Rotmilane hierzulande.

Rotmilan Vogelwarte Sempach
Der Rotmilan bleibt regelmässig auch im Winter in Europa. - Keystone

Ein beachtlicher Teil dieser Vögel versammle sich abends jeweils an gemeinsamen Schlafplätzen. Diese können über 100 Individuen umfassen, schrieb die Vogelwarte weiter.

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