Das US-Landwirtschaftsdepartement reagiert auf das schlimme Waldbrandjahr: Wiederbepflanzungs-Anstrengungen werden auf allen Ebenen mindestens verdoppelt.
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Bäume binden Kohlendioxid wenn sie wachsen und sind darum ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. - Unsplash
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Wälder werden durch immer schlimmer werdende Waldbrände stark bedroht.
  • Die Regierung will dem jetzt mit dem «Replant-Act» entgegenwirken.
  • Die Bemühungen zur Aufforstung sollen auf allen Ebenen drastisch verstärkt werden.

Den amerikanischen Wäldern geht es schlecht. Waldbrände, Schädlinge und extreme Wetterereignisse haben dazu geführt, dass die Aufforstungsbemühungen der nationalen Umweltbehörden den erlittenen Schäden weit hinterherhinken: In den letzten Jahren konnten nur sechs Prozent des verlorenen Waldes wiederhergestellt werden.

Western Wildfires
Flammen des «Oak Fire» fressen sich am 23 Juli auf die Jerseydale Forest Station in Mariposa County, Kalifornien zu.
Western Wildfires
Feuerwehrmänner kämpfen an der Grenze des Sierra Nationalparks in Kalifornien gegen die Waldbrände.
Rauchschwaden
Das Oak Fire wütet nahe des Yosemite-Nationalparks im US-Bundesstaat Kalifornien. Gouverneur Gavin Newsom hat in dem betroffenen Gebiet den Notstand verhängt, Tausende mussten sich in Sicherheit bringen.
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Waldbrand wütet im kalifornischen Yosemite-Park.
Waldbrand im Mariposa County
Waldbrand im Mariposa County

Die Regierung will das jetzt mit dem «Replant-Act» ändern. Die Bemühungen zur Aufforstung werden auf allen Ebenen mindestens verdoppelt. «Wälder sind eines unserer stärksten Werkzeuge im Kampf gegen den Klimawandel», sagte US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack diese Woche, als er den neuen Plan vorstellte.

USA mit Bekenntnis zum Schutz ihres Waldes

Die angekündeten Massnahmen sollen die jährlich aufgeforstete Fläche im Land von ungefähr 60'000 Hektar auf über 400'000 Hektar pro Jahr erhöhen. Dafür ist die Regierung auch bereit, statt der bisherigen 100 Millionen Dollar neu 260 Millionen Dollar pro Jahr auszugeben.

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Mitarbeiter des Forest Service pflanzen Weissstämmige Kiefer im Flathead National Forest in Montana. - USDA Forest Service

Der US-Forest Service soll dafür seine Samen- und Setzlingbestände vervierfachen, berichtet das «Smithsonian Magazine». Auch der Personalbestand wird entsprechend erhöht.

Angepeilt werden über eine Milliarde neu gepflanzter Bäume im nächsten Jahrzehnt. «Um die Vision eines starken und widerstandsfähigen Waldes von Morgen zu erreichen, braucht es heute Taten», so das Departement.

Vielleicht trotzdem zu wenig

Für rund 81 Prozent des verlorenen amerikanischen Waldes im Jahre 2021 waren Waldbrände verantwortlich, so der Forest Service. Dieses Jahr droht diesbezüglich neue Rekorde zu brechen: Bis Ende Juli sind bereits 5,6 Millionen Hektar dem Feuer zum Opfer gefallen.

Wie wichtig ist ihnen der Wald?

Das ist doppelt so viel wie in der gleichen Periode letztes Jahr, und dreimal so viel wie noch 2020. Entwickelt sich der besorgniserregende Trend aus den letzten drei Jahren gleich weiter, wären also auch die neu aufgeforsteten Flächen nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.

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