Grosse Spannung in Brugg AG bei Start von «Smile»-Mission

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Brugg,

Der Sonnenwind-Satellit «Smile» ist zu seiner Mission aufgebrochen. An Bord einer Vega-C-Rakete hob der Satellit um 05.52 Uhr Schweizer Zeit vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guyana, ab.

Der Satellit befindet sich in der Spitze der Vega-C-Rakete.
Der Satellit befindet sich in der Spitze der Vega-C-Rakete. - ESA/M. Pédoussaut

An der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg AG herrscht gespannte Stimmung: Forschende, die entscheidende Komponenten für die Mission entwickelt haben, verfolgen gebannt den Livestream des Starts.

«Es ist ein wahnsinniges Gerüttel, da kann immer etwas schief gehen», sagt Projektleiter Säm Krucker zur Reporterin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Aufatmen können sie noch nicht: Noch befindet sich der Satellit auf der Rakete. Exakt 57 Minuten nach dem Start wird sich die Raketenspitze in zwei Teile sprengen und «Smile» freigeben. Die Solarpaneele des Satelliten werden sich nach 63 Minuten entfalten – gelingt dies, gilt der Start als Erfolg. Bis man ganz genau weiss, ob alles klappt, wird es laut den Forschenden aber mehrere Tage dauern.

«Smile» («Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer») ist ein Projekt der europäischen und chinesischen Weltraumorganisationen. Ziel der Mission ist es, das Weltraumwetter besser zu verstehen – und vielleicht sogar vorherzusagen.

Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt, bei denen geladene Teilchen aus der Sonne geschleudert werden. Treffen die Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, entstehen aber nicht nur Polarlichter, sondern komplexe Wechselwirkungen: Satelliten können beschädigt, Navigationssysteme gestört und sogar Stromnetze auf der Erde beeinflusst werden. Diese Prozesse will «Smile» umfassend vermessen.

An der FHNW wurde ein Kühlsystem für das Teleskop entwickelt, gefertigt und getestet. Auch Software für die Mission haben Schweizer Forschende beigesteuert. Sie entwickelten Algorithmen, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern.

Neben Teilen des Satelliten stammen auch Teile der Rakete, die den Satelliten ins All befördert, aus der Schweiz. So wurde etwa die Spitze der Rakete, die den Satelliten schützt, bei Beyond Gravity in Emmen LU hergestellt.

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