Bier

    Warum Bier ein Verbündeter im Kampf gegen Krebs sein könnte

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    USA,

    Neueste Erkenntnisse in der Krebsforschung besagen, dass Bierhefe einen entscheidende Schlüsselrolle in der Onkologie spielen könnte.

    Krebszellen
    Genfer Forschende identifizierten zwei potenzielle Angriffspunkte für Krebstherapien. (Symbolbild) - dpa

    Die Wissenschaft hat einen überraschenden Durchbruch in der Krebsforschung erzielt. Denn Bierhefe, seit Jahrhunderten ein Grundpfeiler der Braukunst, könnte nun eine Schlüsselrolle in der Onkologie spielen.

    Forscher entdeckten nämlich aufschlussreiche Eigenschaften dieser mikroskopischen Pilze.

    Hefezellen gegen Krebs

    Wissenschaftler der University of Virginia School of Medicine machten eine bahnbrechende Entdeckung. «Yumda» berichtet: «Die unerwarteten Ergebnisse könnten zu neuen Strategien führen, um Krebszellen anfälliger für Hunger zu machen und leichter zu behandeln». So der Forscher Ahmad Jomaa, von der Abteilung für Molekularphysiologie und Biologische Physik der Medizinischen Fakultät.

    «Zellen können eine Pause einlegen (...) indem sie sich in einen Tiefschlaf begeben, um am Leben zu bleiben (...)», so Jomaa.

    Denkst du wirklich, dass Bierhefe der Schlüssel zur Behandlung von Krebs sein könnte?

    «Deshalb müssen wir die Grundlagen der Anpassung an den Hunger verstehen (...) und wie diese Zellen in den Tiefschlaf gehen, um (...) den Tod zu vermeiden.»

    Diese Fähigkeit ähnelt der von Krebszellen, die trotz widriger Bedingungen überleben.

    Von der Brauerei ins Labor

    Die Bierhefe Saccharomyces cerevisiae steht im Fokus der Forschung. Ihr Genom war das erste eukaryotische, das vollständig sequenziert wurde.

    «APA-Science» beschreibt etwa, dass die Forscher jeden einzelnen Buchstaben ihrer «Bauanleitung» kennen würden. Diese genetische Entschlüsselung ermöglicht nämlich präzise Manipulationen.

    Ähnlichkeit zu menschlichen Zellen

    Wissenschaftler könnten bei Gene dadurch gezielt ein- und ausschalten oder fremde Gene einbringen. So würden sich komplexe zelluläre Prozesse im Detail studieren lassen.

    krebs bier
    Die Gemeinsamkeiten von Hefe- und Krebszellen könnten helfen, die Diagnose der Krankheit zu verbessern. - Depositphotos

    Die Ähnlichkeit zwischen Hefe- und menschlichen Zellen macht sie zudem zu idealen Forschungsobjekten. Denn viele grundlegende Zellmechanismen lassen sich an ihnen untersuchen.

    Dies gilt auch für Prozesse, die bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen.

    Nobelpreiswürdige Erkenntnisse

    Die Hefeforschung hat bereits mehrere Nobelpreise hervorgebracht. «(...) Lee Hartwell und Paul Nurse haben die Regulationsprinzipien der Zellteilung entdeckt, die in den meisten Tumoren ausser Kraft gesetzt sind».

    So erklärte es Karl Kuchler von der Medizinischen Universität Wien. Diese Entdeckung war nämlich bahnbrechend für das Verständnis von Krebserkrankungen.

    Auch die Autophagie, der zelluläre Recyclingprozess, wurde in Hefezellen entschlüsselt. Yoshinori Ohsumi erhielt dafür 2016 den Nobelpreis.

    Reparatur des Erbguts auch an Hefezellen erforscht

    Seine Forschung hat weitreichende Implikationen für die Krebsforschung und neurodegenerative Erkrankungen.

    krebs corona
    Durch die Veränderung der Darmflora wird eine Substanz produziert, die die Immunzellen-Produktion umprogrammiert. (Symbolbild) - Depositphotos

    Die Reparatur des Erbguts, ein kritischer Faktor in der Krebsentstehung, wurde ebenfalls an Hefezellen erforscht. James Haber leistete hier Pionierarbeit.

    Seine Erkenntnisse sind fundamental für das Verständnis der Krebsentstehung.

    Zukunftsperspektiven der Hefeforschung

    Die Hefeforschung eröffnet somit neue Wege in der Krebstherapie. Ahmad Jomaa äussert zudem: «Letztendlich hoffe ich, dass die Forschung (...) den Grundstein für die Entdeckung neuer Marker zum Aufspüren ruhender Krebszellen legen wird».

    Die Hefeforschung könnte auch die Produktion von Krebsmedikamenten revolutionieren. «CORDIS» berichtet etwa über ein Projekt zur Herstellung des Chemotherapeutikums Vinblastin in Hefe.

    Dies könnte die Verfügbarkeit dieses wichtigen Medikaments drastisch verbessern.

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    Kommentare

    User #9656 (nicht angemeldet)

    Viren, Bakterien und Pilze stehen in einem endlosen Kampf oder Symbiose, wie man dass auch sehen will... Wen das einte überhand nimmt ist das gegenüber gezwungen sich zu Radikalisieren... Gesundheitliche Probleme sind meist auf ein ungleichgewicht zurück zuführen...

    User #2789 (nicht angemeldet)

    Untere Kommentare zeigen auf, wie oberflächlich der Text gelesen wurde. Es heisst nicht, dass Buer trinken gut gegen Krebs ist, sondern dass Bierhefezellen sich ähnlich verhalten wie Krebszellen und so die Forschung vereinfachen könnte. Bier ist und bleibt nicht gedundheitsfördernd.

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