Vor 25 Jahren wurde die Raumstation «Mir» im Pazifik versenkt
Vor 25 Jahren ist die russische Raumstation «Mir» gezielt zum Absturz gebracht worden. Nach über 15 Jahren im All war sie veraltet und defektanfällig. Ein ähnliches Schicksal steht bald auch der Internationalen Raumstation ISS bevor.

Am 23. März 2001 leitete Moskau den Sturz der 143 Tonnen schweren Raumstation «Mir» zur Erde ein. Der Absturz sei planmässig verlaufen, teilte das russische Flugleitzentrum bei Moskau damals mit, wie aus Agenturmeldungen vom selben Tag hervorging. Ein Grossteil der Station sei beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Die restlichen Trümmerteile fielen zwischen Australien und Chile ins Meer.
Mehr als 15 Jahre lang umkreiste die Raumstation ab 1986 mit Kosmonautinnen, Kosmonauten, Astronautinnen und Astronauten an Bord die Erde in einer Höhe von etwa 350 Kilometern. Die Station spielte dabei eine bedeutende Rolle in der Raumfahrtgeschichte: Sie war die erste auf einen dauerhaften und wissenschaftlichen Betrieb ausgelegte Raumstation.
Zahlreiche wissenschaftliche Experimente wurden auf der Raumstation durchgeführt, aber es wurden vor allem auch Erfahrungen über den Langzeitaufenthalt im Weltraum gesammelt. Einzelne Kosmonauten hielten sich mehr als ein Jahr in der Station auf. Untersucht wurde dabei, wie sich das Leben im All auf den Körper auswirkt.
In den 1990-er-Jahren nahmen die technischen Defekte jedoch zu. Mal trat Kühlflüssigkeit aus, mal fiel der Bordcomputer aus. Auch ein Leck in der Hülle machte den Kosmonautinnen und Kosmonauten zu schaffen. Im Jahr 1997 geriet zudem ein Sauerstoffgenerator in Brand. Im Jahr 2000 fiel schliesslich die Entscheidung, die Station aufzugeben. Die letzte Crew verliess die Station im Juni 2000.
Mit den auf der Raumstation gewonnenen Erkenntnissen wurden auch die Grundlagen für ihre Nachfolgerin gelegt: die Internationale Raumstation ISS, die nach wie vor im Betrieb ist.
Wie ihre Vorgängerin ist aber auch die ISS mittlerweile in die Jahre gekommen. Seit 26 Jahren schwebt sie schon 400 Kilometer über der Erde. Ursprünglich war ein Betrieb der ISS bis längstens 2020 geplant. In den Folgejahren wurde die Nutzung aber mehrfach verlängert. Im Januar 2022 gab die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Pläne bekannt, die ISS 2030 aufzugeben.
Der Planung zufolge soll die Raumstation bis Ende 2030 im Orbit bleiben und danach stillgelegt werden. Im Januar 2031 soll sie dann durch einen kontrollierten Abstieg in die Erdatmosphäre geführt werden und weitestgehend verglühen. Die Reste würden, ähnlich wie bei der Mir, in einem abgelegenen Teil des Südpazifiks versinken.
In den USA wird gegenwärtig darüber diskutiert, die Betriebszeit der ISS über 2030 hinaus bis 2032 zu verlängern, solange noch kein vollwertiger kommerzieller Ersatz existiert. Ein entsprechender Entwurf im Nasa‐Autorisierungsgesetz sieht vor, den Rückzug der ISS erst zu beginnen, wenn private Raumstationen einsatzbereit sind.
Auch die Europäische Weltraumbehörde ESA ist an der ISS beteiligt. Immer wieder fliegen europäische Astronautinnen und Astronauten zur Station. Auch der neue Schweizer Astronaut Marco Sieber soll noch vor dem Ende der ISS eine Mission zur Raumstation antreten.
Nach dem Ende der ISS will die ESA, ebenso wie die Nasa, für ihre Missionen auf private Raumstationen setzen. Aktuell gibt es jedoch noch keine betriebsbereiten privaten Raumstationen.
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