Studie

    Studie: Grosis, die Enkel hüten, bleiben geistig fit

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Zürich,

    Wer regelmässig auf seine Enkel schaut, hält das Gehirn offenbar länger auf Trab. Besonders Grossmütter profitieren laut einer Studie klar.

    Grossmutter Kinder
    Eine Grossmutter liest mit ihren Enkelinnen ein Buch. Laut Studie kann regelmässige Betreuung im Alter geistig fit halten. - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grossmütter mit regelmässiger Enkelbetreuung schnitten in kognitiven Tests besser ab.
    • Am grössten war der Effekt bei ein bis zwei Betreuungstagen pro Woche.
    • Wer die Enkel an fünf oder mehr Tagen hütete, zeigte teils schlechtere Werte.
    • Bei Grossvätern konnte die Studie keinen vergleichbaren Vorteil nachweisen.

    Grossmütter, die regelmässig ihre Enkel hüten, bleiben laut einer Studie geistig länger fit.

    Darüber berichtet «Focus» unter Verweis auf eine Untersuchung im Fachmagazin «Psychology and Aging»

    Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei Frauen, die ein bis zwei Tage pro Woche in die Betreuung eingebunden waren.

    Hüten deine Grosseltern regelmässig Kinder?

    Untersucht wurden laut dem Fachmagazin mehr als 200 Grosseltern im Alter zwischen 57 und 68 Jahren. Wer regelmässig Zeit mit den Enkelkindern verbrachte, schnitt bei Gedächtnistests und komplexeren Denkaufgaben besser ab.

    Omas müssen ständig reagieren

    Besonders profitiert laut der Studie die sogenannte Exekutivfunktion. Sie hilft dem Gehirn beim Planen, Organisieren und Lösen von Problemen.

    Genau das ist bei der Enkelbetreuung ständig gefragt. Wer gleichzeitig Znüni bereitmacht, Streit schlichtet und das nächste Chaos verhindert, trainiert das Hirn im Alltag permanent mit.

    Grossmütter Enkel
    Regelmässiger Kontakt mit den Enkelkindern kann Grossmüttern laut Studie auch geistig guttun. - pexels

    Kinder sorgen zudem für ständige Überraschungen. Anders als bei einem Kreuzworträtsel läuft im Familienalltag eben nicht alles nach Schema ab. Das fordert das Gehirn laut Forschenden besonders stark.

    Zu viel Betreuung wird zum Stressfaktor

    Ganz ohne Grenze ist der positive Effekt aber nicht. Wer fünf oder mehr Tage pro Woche auf die Enkel schaut, zeigte in der Studie wieder schlechtere Werte.

    Wie wichtig sind Grosseltern im Familienalltag?

    Der Grund liegt laut den Forschenden nahe. Dauerstress kann dem Gehirn schaden und den positiven Reiz der Betreuung überlagern. Am meisten profitiert, wer gefordert ist, sich aber nicht überlastet.

    Die beste Wirkung zeigte sich deshalb bei ein bis zwei Betreuungstagen pro Woche. Dort lagen Herausforderung und Belastung offenbar in einem gesunden Gleichgewicht.

    Auch Bewegung hilft dem Kopf

    Zur Enkelbetreuung gehört oft auch Bewegung. Spielplatz, Spaziergang, Fangis oder ein Ausflug ins Schwimmbad bringen Grosseltern automatisch in Schwung.

    Das dürfte ein zusätzlicher Vorteil sein. Bewegung gilt schon lange als wichtiger Schutzfaktor gegen kognitiven Abbau und Demenz.

    Dazu kommt der soziale Aspekt. Wer regelmässig mit Kindern Zeit verbringt, bleibt eingebunden, erlebt Nähe und fühlt sich gebraucht. Auch das kann im Alter eine wichtige Rolle spielen.

    Vorteil nur für Grossmütter sichtbar

    Auffällig ist: Der positive Langzeiteffekt zeigte sich in dieser Untersuchung vor allem bei Grossmüttern. Bei Grossvätern fanden die Forschenden keinen vergleichbaren Vorteil.

    Warum das so ist, bleibt offen. Möglich ist, dass sich Art und Intensität der Betreuung unterscheiden.

    Klar ist laut der Studie aber: Enkel können für viele Grossmütter mehr sein als Familiensache. Sie sind offenbar auch ein Fitnessprogramm fürs Gehirn.

    Schweizer Grosseltern besonders aktiv

    Eine Erhebung des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2023 zeigt: 60 Prozent der Schweizer Grosseltern betreuen regelmässig ihre Enkelkinder.

    Damit übernehmen sie eine wichtige Rolle in der Kinderbetreuung und investieren gleichzeitig in ihre eigene Gesundheit.

    Experten empfehlen Grosseltern, die optimale Balance zu finden. Ein bis zwei Betreuungstage pro Woche scheinen ideal zu sein, um von den positiven Effekten zu profitieren.

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    Kommentare

    User #2521 (nicht angemeldet)

    Unsere Eltern helfen uns aus, seit wir Kinder haben. Und man höre und staune, unsere Kinder schätzen auch die Abwechslung, zudem sage Omi nie nein und Opa sei einfach ein listiger und cleverer Typ.

    User #5037 (nicht angemeldet)

    Wenn Erziehung schon bei den eigenen Kindern perfekt geklappt hat, denken sich die Grosseltern vielleicht…..🙄

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