Sedruner Neat-Schacht kommt für 500-Millionen-Experiment in Frage

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Surselva,

Im Schacht in Sedrun – bekannt durch das gescheiterte Porta-Alpina-Projekt – könnte bald internationale Forschung im grossen Stil betrieben werden. Mit einem 500 Millionen Franken teuren quantentechnologischen Experiment soll der Nachweis von Dunkler Materie gelingen.

Das Projekt Porta Alpina wurde nicht weiterverfolgt. Nun könnte der Neat-Schacht in Sedrun aber Teil eines Grossexperiments werden. (Archivbild)
Das Projekt Porta Alpina wurde nicht weiterverfolgt. Nun könnte der Neat-Schacht in Sedrun aber Teil eines Grossexperiments werden. (Archivbild) - KEYSTONE/SIGI TISCHLER

Eine kürzlich publizierte Studie der Europäischen Organisation für Kernforschung Cern zeigt, dass der Schacht als Standort für das sogenannte Atominterferometer infrage käme. Dies berichtete am Freitag das Newsportal suedostschweiz.ch und wird in einer Mitteilung der Fachhochschule Graubünden bestätigt.

Mit einem Atominterferometer in der Grössenordnung von einem Kilometer können gemäss Mitteilung Gravitationswellen in einem bestimmten Bereich erfasst werden.

Nebst der Gravitationswellenforschung soll mit dem 500 Millionen Franken teuren Spitzenexperiment auch der direkte Nachweis von Dunkler Materie und die Beantwortung anderer offener Fragestellungen der Grundlagenphysik gelingen. Neben dem Cern beteiligen sich verschiedene Universitäten, etwa Genf und Oxford, sowie die Fachhochschule Graubünden am Projekt.

Der Grund, warum sich Graubünden Hoffnungen auf das Megaexperiment machen kann, ist, dass Messungen im Schacht von Mai bis Juli 2025 vielversprechende Ergebnisse geliefert haben. Der Schacht wies nämlich gemäss Fachhochschule unter den sieben vermessenen Standorten die tiefsten Störwerte auf.

Als nächster Schritt wird durch das Institut für Bauen im alpinen Raum der FH Graubünden eine bautechnische Machbarkeitsstudie für das Atominterferometer Porta Alpina durchgeführt. Ob Graubünden dereinst tatsächlich als Standort ausgewählt wird, ist allerdings trotz der Messergebnisse noch nicht entschieden.

Der nun untersuchte Standort in Graubünden ist bekannt durch das gescheiterte Projekt Porta Alpina. Geplant war eine unterirdische Bahnstation in der Mitte des Gotthard-Basistunnels mit Anbindung des Ortes Sedrun an das europäische Zugnetz. Vorgesehen war ein 800 Meter langer Lift, der die Passagiere in hohem Tempo nach oben gebracht hätte. Das Projekt wurde jedoch nicht weiterverfolgt.

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