Spital Samedan: Oberengadiner Gemeinden entscheiden bald erneut

Keystone-SDA Regional
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Thusis,

Die elf Gemeinden des Oberengadins werden am 27. September erneut an die Urne gerufen, um über die künftige Finanzierung der Gesundheitsversorgung in der Region zu entscheiden. Die vor einigen Monaten genehmigten aktuellen Leistungsvereinbarungen mit dem Spital Samedan, der Spitex und den Pflegeheimen laufen Ende des Jahres aus.

Zum vierten Mal in nicht einmal zwei Jahren wird die Bevölkerung des Oberengadins über die Zukunft der Gesundheitsversorgung entscheiden müssen. Die Abstimmung findet am 27. Septembe...
Zum vierten Mal in nicht einmal zwei Jahren wird die Bevölkerung des Oberengadins über die Zukunft der Gesundheitsversorgung entscheiden müssen. Die Abstimmung findet am 27. Septembe... - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Abstimmungen in den elf Gemeinden zwischen Februar und April haben es ermöglicht, das Spital Samedan vor der Schliessung zu retten. Nach dem Scheitern zweier anderer Rettungsversuche entstand bei dieser Rettung «Sanadura». Die neue Trägerschaft ist seit dem 1. April aktiv und setzt sich aus einem Gesundheitsrat und einem Verwaltungsrat zusammen.

Heute haben die beiden Organe von Sanadura erstmals die neuen Leistungsvereinbarungen beraten, die bei einer Annahme an der Urne von 2027 bis 2029 gelten werden. Bei der Urnenabstimmung am 27. September in allen Gemeinden wird die Bevölkerung über vier Vereinbarungen entscheiden müssen: mit Sanadura, mit der Gesellschaft Spital Oberengadin, den Altersheimen und der Spitex.

«Wir können die finanzielle Belastung der Gemeinden deutlich reduzieren, und das ist gut so», erklärte der Verwaltungsratspräsident von Sanadura, Michael Rolaz, gegenüber Keystone-SDA. Das Leistungspaket wird für die nächsten drei Jahre je etwa 9,5 Millionen Franken kosten, total also 28,5 Millionen Franken.

Im November 2025 hatten die Stimmberechtigten einen Beitrag von fast 51 Millionen Franken für einen Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren abgelehnt. «Die Kosten sinken, weil wir effizienter werden. Zum Beispiel kann die Spital Oberengadin AG zwischen dem Spital Samedan und der Klinik Gut in St. Moritz Synergien schaffen, ohne dass die Leistungen gekürzt werden müssen», so Rolaz.

Die Gründung der Gesellschaft Spital Oberengadin, die von der Gruppe des Kantonsspitals Graubünden in Chur geführt wird, führte im Frühjahr zu einem Stellenabbau. Zudem wurden drei der sieben Stockwerke des Spitals Samedan geschlossen.

Der Verwaltungsratspräsident betont, dass die medizinische Versorgung im Spital Samedan mit den neuen Leistungsverträgen nicht gekürzt wird. «Im neuen Vertrag zwischen Sanadura und Spital Oberengadin ist die Notfallversorgung 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr, die Chirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe, die Pädiatrie, eine IMC, die innere Medizin sowie ambulante spezialärztliche Angeboten wie Sprechstunden Dialyse, Gastroentereologie und Onkologie sowie eine Grundversorgung für notfallmässige und planbare Behandlungen enthalten», erklärte Rolaz.

Machte früher die finanzielle Gesundheit des Spitals – des zweitgrössten im Kanton Graubünden – am meisten Sorgen, so sind es heute vielmehr die Altersheime. Die beiden Einrichtungen – Du Lac in St. Moritz und Promulins in Samedan – haben Mühe, Personal zu rekrutieren, was sich auf die Einnahmen der Betriebe auswirkt. Das Ziel gemäss Businessplan ist es, die Bettenbelegung in den nächsten drei Jahren von derzeit 60 auf 85 Prozent zu steigern.

Bei der ersten Lesung des 17-seitigen Dokuments äusserten sich mehrere Mitglieder des Gesundheitsrats kritisch. Dem politischen Organ von Sanadura gehört je ein Vertreter pro Gemeinde an, zudem mehrere Mitglieder aus der Medizin. Einigen sind die Leistungsbeschreibungen zu allgemein gehalten; sie sollen in der zweiten Lesung am 5. August präzisiert werden. Zudem wurde betont, wie wichtig eine transparente Botschaft an die Bevölkerung sei.

Laut Rolaz werden die in den letzten vier Monaten erarbeiteten Vereinbarungen grosse Stabilität in die Engadiner Gesundheitsversorgung bringen.

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