Sechs Forscher und eine Bewegung erhalten Balzan-Preis 2026
Drei Forschende aus den USA, ein Forscher aus dem Vereinigten Königreich und einer aus Dänemark/USA sowie eine Forscherin aus Italien erhalten den Balzan-Preis.

Ausgezeichnet werden sie für ihre Beiträge zu Sozialwissenschaft, Jüdischen Studien, Biologie und Molekularer Evolution. Ausserdem wird ein Humanitäts-Sonderpreis vergeben.
Jeder der fünf Balzan-Preise ist mit 750'000 Franken – oder 800'000 Euro – dotiert, wie die schweizerisch-italienische Balzan-Stiftung, die diese Preise verleiht, am Montag in Mailand mitteilte. Es sind dies zwei Preise in den Naturwissenschaften und zwei in den Geisteswissenschaften. In diesem Jahr wird zudem der Sonderpreis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern verliehen.
Die Balzan-Preisträger sind verpflichtet, die Hälfte ihres Preisgeldes für die Finanzierung wissenschaftlicher Projekte junger Forscher zu verwenden.
An Rasmus Nielsen (USA/Dänemark) von der University of California Berkely und Ziheng Yang (Vereinigtes Königreich) vom University College London geht der Preis für «Molekulare Evolution: Entschlüsselung von Mustern genomischer Veränderungen».
Geoffrey Coates (USA) von der Cornell University und Marc. A. Hillmyer (USA) von der University of Minnesota werden auf dem Gebiet der biologisch abbaubaren Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen ausgezeichnet.
David Nirenberg (USA) vom Institute for Advanced Study Princeton erhält den Balzan-Preis für seine wissenschaftlichen Arbeiten und Beiträge zum Judentum, zum Antijudaismus und zur Dynamik der Beziehungen zwischen Juden, Christen und Muslimen; «für seine sorgfältige Forschung und theoretischen Erkenntnisse über die grundlegende Wechselbeziehung zwischen Gewalt und Toleranz».
Elena Esposito (Italien) von der Università di Bologna wird «für ihren bahnbrechenden theoretischen Beitrag zur Sozialwissenschaft der digitalen Technologie» ausgezeichnet – und zwar für ihr «Konzept der künstlichen Kommunikation, das die Frage der künstlichen Intelligenz neu definiert, indem es aufzeigt, dass Algorithmen am sozialen Austausch teilnehmen können, auch ohne ihn zu verstehen».
Sonderpreis für Einsatz im Sudan
Die Bewegung Emergency Response Rooms erhält den Balzan-Sonderpreis «für ihren aussergewöhnlichen Einsatz bei der Gewährleistung von Hilfe vor Ort, Solidarität und Hoffnung für die vom Bürgerkrieg im Sudan betroffenen Gemeinschaften», wie es in der Begründung der Stiftung heisst.
Durch ein flächendeckendes Netzwerk aus Nothilfeanlaufstellen und lokalen Koordinierungsräten sei es der Bewegung gelungen, die Lücke zu schliessen, die durch den Zusammenbruch der Institutionen und die Schwierigkeiten beim Zugang zu internationaler Hilfe entstanden sei.
Der Preis ist nach dem Italiener Eugenio Balzan benannt, der bei der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» zunächst als Korrektor und dann als Journalist arbeitete. Als dessen Miteigentümer trat er schliesslich die Flucht vor den Faschisten Mussolinis an und kam in die Schweiz, wo er 1953 in Lugano starb. Balzans Tochter gründete 1957 mit dem väterlichen Vermögen die gleichnamige Stiftung.
Alle Preise des Jahres 2026 werden am 19. November in Rom übergeben.










