Römische Prachtanlage mit Mosaiken und Fresken in Rom entdeckt
Eine jahrhundertelang verborgene römische Anlage mit wertvollen Mosaiken und Wandmalereien ist in der Villa Celimontana im Zentrum Roms entdeckt worden. Bei Ausgrabungen im Rahmen von Restaurierungsarbeiten an einem Stützmauerwerk legten Archäologen des italienischen Kulturministeriums Räume eines Gebäudes aus der Kaiserzeit frei.

Was zunächst als reine Restaurierungsmassnahme begonnen hatte, entwickelte sich zu einer bedeutenden archäologischen Untersuchung. Bei den Grabungen wurden fünf Räume vollständig freigelegt, drei weitere sind teilweise erhalten. Die Anlage wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet und im 3. Jahrhundert umgestaltet.
Zu den herausragenden Funden gehört ein grosser Mosaikboden mit einem Delfin, einem Fisch, einer Languste und einer Krabbe, umgeben von einem Krater, sowie einem antiken Mischgefäss für Wein und Wasser. Zudem fanden die Archäologen Reste eines älteren Mosaikbodens, umfangreiche Teile einer bemalten Decke sowie zahlreiche Fragmente von kostbaren Marmorverkleidungen.
«Eine Baustelle, die zur Sicherung einer römischen Stützmauer eingerichtet wurde, hat sich durch die Entdeckung eines bedeutenden Gebäudes aus dem 2. Jahrhundert nach Christus in eine archäologische Forschungsstätte verwandelt», sagte Valentina Gemignani aus dem Kabinett des Kulturministers Alessandro Giuli. Die genaue Funktion des Gebäudes ist noch nicht geklärt. Die hohe Qualität der Ausstattung mit Mosaiken und Fresken deutet nach Einschätzung der Forscher auf eine repräsentative aristokratische Stadtresidenz hin.
Eine andere Hypothese könnte jedoch noch weitreichendere Folgen haben: Die Anlage könnte Teil der Kaserne der «Vigiles» gewesen sein – der römischen Feuerwehr- und Sicherheitsorganisation, die auch für nächtliche Ordnungseinsätze zuständig war.
Für diese Hypothese sprechen die Lage nahe der bekannten Station der Vigiles auf dem Hügel Caelius sowie frühere Funde in der Umgebung, darunter Unterkünfte für Soldaten und zwei Statuensockel. Auch das Motiv des Kraters auf dem Mosaik erinnert an Räume der Vigiles-Kaserne in Ostia, die für die Freizeit der Soldaten genutzt wurden.
Das Gebäude war zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. aufgegeben worden. Später wurde es über Jahrhunderte von Erdschichten bedeckt. Nun sollen die Funde wissenschaftlich untersucht und künftig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.










