Nobelpreis für Medizin geht an Optogenetik-Forscher
Der Medizin-Nobelpreis geht 2026 an Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann (Deutschland) und Georg Nagel (Deutschland) für ihre Entwicklung der Optogenetik.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Forschenden Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten 2026 den Medizin-Nobelpreis.
- Der US-Amerikaner Deisseroth und die beiden deutschen Forscher erhalten umgerechnet insgesamt rund eine Million Schweizer Franken.
- Ausgezeichnet werden sie für ihre Entdeckungen in der Optogenetik.
Zwei Deutsche und ein Amerikaner erhalten in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit.
Die Forschenden Karl Deisseroth (USA), Peter Hegemann (Deutschland) und Georg Nagel (Deutschland) haben im Bereich der Optogenetik bemerkenswerte Entdeckungen gemacht.
Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen – meist Neuronen – mit Hilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern.

Hegemann und Nagel entdeckten das Protein Kanalrhodopsin (Channelrhodopsin), das Zellen empfindlich für Licht macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein in Neuronen von Ratten ein. Dadurch konnte er diese Nervenzellen mit Licht aktivieren.
Preisgeld kürzlich angehoben
Die bedeutendste Auszeichnung für Mediziner ist mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund einer Million Schweizer Franken. Die Nobelstiftung hat das Preisgeld kürzlich erst auf zwölf Millionen Kronen angehoben.
«In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können», sagte die Geschäftsführerin der Nobelstiftung, Hanna Stjärne, im September. Der Betrag wurde seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 schon mehrfach angepasst.
Seit 1901 gab es zuvor 232 Preisträger
Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Medizin an Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan). Ausgezeichnet wurden ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz, die verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet.
Vor dem diesjährigen Preis haben seit 1901 insgesamt 232 Menschen den Medizin-Nobelpreis erhalten, darunter 14 Frauen. Der erste ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung einer Therapie gegen Diphtherie.
Mit dem Medizin-Preis startete der Nobelpreis-Reigen. Am Dienstag und Mittwoch werden die Träger des Physik- und des Chemie-Preises benannt. Es folgen die für Literatur und für Frieden. Die Reihe der Bekanntgaben endet am kommenden Montag mit dem von der schwedischen Zentralbank gestifteten sogenannten Wirtschaftsnobelpreis.












