Nobelpreisträgerin: Geschlecht zu ändern ist «Wunschdenken»

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Deutschland,

    Gemäss Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard gibt es zwei biologische Geschlechter. Dies ändern zu wollen, sei «Wunschdenken».

    Christiane Nüsslein-Volhard
    Laut Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard gibt es zwei biologische, nicht änderbare Geschlechter. Beim sozialen Geschlecht hingegen gibt es eine Bandbreite. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard sagt, es gibt nur zwei Geschlechter.
    • Auch nach Hormontherapien habe man immer noch XX- oder XY-Chromosomen.
    • Sie unterscheidet aber zwischen dem sozialen und dem biologischen Geschlecht.

    Wie viele Geschlechter gibt es? Diese Frage wird immer wieder kontrovers diskutiert, die Fronten hierbei sind extrem verhärtet. Eine Biologin und Medizin-Nobelpreisträger beantwortet die Frage mit «zwei», wer dies anders sehe, habe beim Biologie-Unterricht nicht aufgepasst. Es gebe beim biologischen Geschlecht nur «männlich und weiblich, Ende, Aus».

    Christiane Nüsslein-Volhard sagt im Interview mit dem Magazin «Emma»: «Bei allen Säugetieren gibt es zwei Geschlechter, und der Mensch ist ein Säugetier.» Sie unterscheidet aber zwischen dem sozialen Geschlecht – dem Gender – und dem biologischen Geschlecht.

    Christiane Nüsslein-Volhard
    Christiane Nüsslein-Volhard steht wegen ihrer Aussagen in der Kritik. - keystone

    Das eine Geschlecht habe zwei X-Chromosomen, produziere Eier und werde weiblich genannt. Das andere produziere Spermien, habe ein X- und ein Y-Chromosom und werde männlich genannt. Intersexuelle Menschen seien kein drittes Geschlecht, sondern hätten einfach Merkmale beider Geschlechter.

    Innerhalb eines biologischen Geschlechts gebe es aber eine Bandbreite, erklärt Nüsslein-Volhard und meint damit «feminine» Männer und «maskuline Frauen». Dies hänge von kulturellen Faktoren und unterschiedlichen Hormonleveln ab.

    Christiane Nüsslein-Volhard
    Die Kritik an Christiane Nüsslein-Volhard kommt vor allem von Personen der Queer-Community und solchen, die für deren Rechte kämpfen. - keystone

    Das biologische Geschlecht könne man aber nicht ändern, das sei «Wunschdenken»: Personen, die ihr Geschlecht anpassen wollten, blieben weiterhin XY oder XX. Auch durch Hormonzugabe «wachsen dem Mädchen keine Hoden und es wird keine Spermien produzieren». Bartwuchs und eine tiefere Stimme könne so aber erreicht werden.

    Biologische Männer könnten auch mit Hormonen keine Eier produzieren und Kinder gebären. «Menschen behalten lebenslang ihre Geschlechtszugehörigkeit», so Nüsslein-Volhard. Soziale und psychische Faktoren spielten hier keine Rolle.

    Kritiker wollen Christiane Nüsslein-Volhard Nobelpreis entziehen

    Die Nobelpreisträgerin spricht aber auch den Unterschied zwischen Gender und Sex an. «Beim Gender, dem sozialen Geschlecht, gibt es eine Brandbreite, beim biologischen Geschlecht gibt es nur weiblich und männlich.»

    Bei Kritikern löst das Interview von Christiane Nüsslein-Volhard Empörung aus. Sie fordern gar, dass der Medizinerin der Nobelpreis entzogen wird.

    Gibt es mehr als zwei biologische Geschlechter?

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Gender
    Debatte ausgelöst
    humboldt-universität zu berlin
    1 Interaktionen
    Streit wegen Gender
    Caster Semenya
    2 Interaktionen
    Aus für Semenya und Co.?

    MEHR IN NEWS

    Caritas
    Zum Jubiläum
    Taifun Japan
    Nach Taifun
    Luzern
    ungarn gefängnisse menschenhändler
    1 Interaktionen
    Hitze

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Die Linke
    149 Interaktionen
    Berlin
    VW
    6 Interaktionen
    Wolfsburg
    Paris Brunner DFB Klopp
    10 Interaktionen
    Nicht im Klopp-Kader
    7 Interaktionen
    Spangdahlem