Nasa will wichtigen Satelliten vor dem Absturz retten
Die Nasa will einen für sie wichtigen Satelliten vor dem Absturz retten. Ob die Mission gelingt, ist jedoch noch nicht sicher.

Das Wichtigste in Kürze
- Ende Sommer soll ein für die Nasa wichtiger Forschungs-Satellit abstürzen.
- Diesen will die Nasa nun mit einer aufwändigen Mission retten.
- Ob das Unterfangen gelingt, ist noch unklar.
Mit einer kurzfristig angesetzten beispiellosen Rettungsmission will die US-Raumfahrtbehörde Nasa einen Forschungssatelliten vor dem Absturz bewahren.
Dafür solle am Samstag eine Art Schleppraumschiff mithilfe eines «Stargazer»-Flugzeugs und einer «Pegasus»-Rakete ins All geschickt werden.
Starten soll die Rettungsmission von einem Atoll in den Marshallinseln im Südpazifik aus, teilte die Nasa mit. Der Start könnte sich allerdings auch kurzfristig noch verschieben.
«Zentrale Rolle» in Strategie der Nasa
Der sogenannte «Swift»-Satellit war 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All gebracht worden. Seitdem untersucht das mit drei Teleskopen ausgestattete Himmelsobservatorium vor allem gewaltige Energieausbrüche im Universum.
Die Mission sei so erfolgreich, dass das Himmelsobservatorium inzwischen eine «zentrale Rolle in der Strategie der Nasa» spiele. Es helfe bei der «Erforschung von flüchtigen und unvorhersagbaren Veränderungen am Himmel», so die US-Raumfahrtbehörde.
Deswegen wurde die ursprünglich nur auf rund zwei Jahre angelegte Mission immer weiter verlängert. «Swift», an dem auch Italien und Grossbritannien beteiligt sind, ist den Angaben zufolge generell in gutem Zustand.
«Ja, wir wollen das hier diesmal retten, weil es so besonders ist»
Unter anderem wegen starker geomagnetischer Stürme, die durch Sonnenausbrüche ausgelöst wurden, droht der Satellit nun aber abzustürzen. Das nach Berechnungen von Wissenschaftlern wahrscheinlich gegen Ende des Sommers.

«Für ein generisches Raumschiff wäre es schon in Ordnung, aus der Umlaufbahn herauszukommen. Aber das ist nicht irgendein Raumschiff. Es ist ein Observatorium mit einzigartigen Fähigkeiten für die Astrophysik», sagte Nasa-Manager Shawn Domagal-Goldman bei einer Pressekonferenz.
«Also haben wir entschieden: Ja, wir wollen das hier diesmal retten, weil es so besonders ist.»
Rettungs-Raumschiff startklar
Im September gab die Nasa der US-Raumfahrtfirma Katalyst Space den Zuschlag für die Rettungsmission. Das Budget belief sich auf rund 30 Millionen US-Dollar (rund 24'200'000 Franken).
Das Unternehmen entwickelte, baute und lieferte das rund 400 Kilogramm schwere «Link»-Raumschiff innert nur neun Monaten. Mit drei Roboterarmen, drei Hauptantriebswerken und zahlreichen weiteren Instrumenten soll es den Satelliten retten.
Nach erfolgreichem Start soll «Link» im All den Plänen zufolge zunächst einige Tests durchführen. Dann soll sich das Rettungs-Raumschiff dem «Swift»-Observatorium annähern und dieses dann über mehrere Monate in seine Ursprungs-Umlaufbahn zurückheben.
«Das ist alles herausfordernd und riskant»
Wenn alles läuft wie geplant, könnte der derzeit im Energiespar-Modus laufende «Swift»-Satellit ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten liefern. Und das den Erwartungen der Wissenschaftler zufolge dann möglicherweise noch für etwa fünf Jahre oder mehr.
«Link» würde nach erfolgreich ausgeführtem Auftrag zurück auf die Erde stürzen und in der Atmosphäre verglühen.
Der Erfolg der Rettungsmission ist aber keinesfalls garantiert. «Das ist alles herausfordernd und riskant», sagte Kieran Wilson von Katalyst Space bei einer Pressekonferenz.
«Selbst viele Raumfahrzeuge, die viel länger und mit viel mehr Geld entwickelt wurden, sind aus banalen Gründen gescheitert.»
















