Merkur ist laut Forscher weniger langweilig als gedacht
Forschende der Universität Bern haben auf dem Merkur zahlreiche helle Streifen untersucht. Die Analyse deutet laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass der Planet anders als bisher angenommen kein «toter Planet» ist.

Der Merkur sei zwar in seiner Frühzeit geologisch aktiv gewesen, heute erscheine seine Oberfläche jedoch nahezu vollständig erstarrt. Deshalb werde er oft als «toter Planet» wahrgenommen, erklärte die Universität Bern in einer Mitteilung zur am Dienstag in der Fachzeitschrift «Nature Communications Earth & Environment» veröffentlichten Studie.
«Unsere Erkenntnisse zeigen ein ganz anderes, dynamisches Bild vom vermeintlich toten, trockenen und langweiligen Planeten Merkur», liess sich Erstautor Valentin Bickel in der Mitteilung zitieren.
Das Forschungsteam unter Leitung der Universität Bern hat die Streifen oder «Lineae», wie sie in der Wissenschaft heissen, erstmals systematisch analysiert und kartiert. Die Analyse basiert auf rund 100'000 Bildern der Nasa-Raumsonde «Messenger», die den Planeten von 2011 bis 2015 umkreiste.
Aus der Verteilung der Streifen schliessen die Forschenden, dass diese vermutlich durch das Ausgasen von flüchtigen Stoffen aus dem Inneren des Planeten entstanden sind. Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass der Planet Merkur geologisch aktiver ist als bisher angenommen. «Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Merkur nicht nur eine bewegte Vergangenheit hat, sondern auch heute noch Veränderungen unterworfen ist», so Bickel.
Die Forschenden hoffen nun, dass sie ihre Vermutung mit neuen Bildern vom Merkur eindeutig belegen können, welche die Bepicolombo-Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA und der japanischen Weltraumorganisation Jaxa liefern sollen. Die Bepicolombo-Mission ist derzeit zum Merkur unterwegs.






