Heisser Sommer: Diese Schweizer Gletscher sind weggeschmolzen
Bella Tola im Wallis und Plattalvafirn im Glarnerland sind in diesem Hitzesommer komplett verschwunden. Schweizweit schmolzen 5,5 Prozent des Gletschereises.

Das Wichtigste in Kürze
- Wenig Winterschnee und der heisseste Sommer seit Messbeginn setzen Gletschern zu.
- Bella Tola und Plattalvafirn sind ganz weg, schweizweit schmolzen 5,5 Prozent.
- Bis Ende des Jahrhunderts dürften die meisten Schweizer Gletscher verschwunden sein.
Zwei Schweizer Gletscher gibt es nicht mehr. Der Bella-Tola-Gletscher im Wallis und der Plattalvafirn im Glarnerland sind in diesem Sommer komplett weggeschmolzen. Das sagt der ETH-Glaziologe Matthias Huss in einem Beitrag der «Tagesschau».
Genaue Zahlen für die ganze Schweiz liegen laut Huss noch nicht vor. Weitere Gletscher könnten also folgen. Fest steht schon jetzt: Der Sommer hat dem Eis stark zugesetzt.
Mehr als fünf Prozent des gesamten Schweizer Gletschereises sind verschwunden. Das zeigen die neuen Zahlen des Schweizerischen Gletschermessnetzes.
Zehn Meter Eis in einem Sommer
Wie dramatisch die Lage ist, zeigt sich auch am Morteratschgletscher. Das SRF war dort mit Huss unterwegs. An der Messstelle der Forscher ist seit letztem September eine zehn Meter dicke Eisschicht verschwunden. Das sei praktisch allein im Sommer passiert.
Schweizweit gingen 5,5 Prozent des Gletschereisvolumens verloren. Das entspricht 2'200 Milliarden Litern Wasser. Damit könnte man die gesamte Schweizer Bevölkerung mehr als vier Jahre lang mit Trinkwasser versorgen. Nur im Rekordjahr 2022 schmolzen die Gletscher noch schneller.
Die Gründe liegen für Huss auf der Hand. «Wir hatten zu wenig Schnee im Winter und damit eine schlechte Schutzschicht. Dann folgte der heisseste Sommer seit dem Beginn der Messungen», sagt er.
Folgen für Strom, Hänge und Tourismus
Verschwinden die Gletscher, hat das langfristig viele Folgen. Seen und Flüsse bekommen weniger Schmelzwasser. Das trifft auch die Stromproduktion. Berghänge verlieren ihre Stabilität. Und viele Feriendestinationen büssen eines ihrer wichtigsten Aushängeschilder ein.
Huss rechnet nicht mit Entspannung. «2026 war tatsächlich ein Vorgeschmack für die Zukunft, wir werden weiter solche Sommer sehen», sagt er. Die Gletscher zögen sich zwar in grössere Höhen zurück und versuchten sich dort zu stabilisieren.

Doch dafür sei der Klimawandel zu schnell: «Die Geschwindigkeit des Klimawandels ist einfach zu schnell.» Bis Ende des Jahrhunderts dürften die meisten Schweizer Gletscher verschwunden sein.











