Um unabhängiger von Russland zu sein, will die Schweiz auf grünen Wasserstoff setzen und sich vom fossilen Erdgas verabschieden. Das könnte aber dauern.
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Hier im Enertrag-Hybridkraftwerk in Prenzlau wird grüner Wasserstoff aus Windstrom hergestellt (Archiv). Foto: Fabian Sommer/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz will mit grünem Wasserstoff unabhängiger von Russland werden.
  • Der Ersatz für Erdgas wird unter anderem bei CO2-intensiven Industrien eingesetzt.
  • Bis grüner Wasserstoff industriell genutzt werden kann, könnte es aber dauern.

Ersatz für fossiles Erdgas: Mit grünem Wasserstoff will die Schweiz unabhängiger von Russland werden, die Versorgung sicherstellen und gleich noch die Umwelt schonen. Die Technologie für den industriellen Gebrauch steht aber noch ganz am Anfang. Ein Problem sind auch die hohen Kosten.

Bis dato galt Erdgas als wichtigster Energieträger, um Kohle zu ersetzen.

Doch nun wollen sich viele Staaten von Erdgas und Energieimporten aus Russland unabhängig machen und setzen daher unter anderem auf Wasserstoff. Das knappe Gasangebot hat eine Preisexplosion für den fossilen Brennstoff ausgelöst und das Thema «erneuerbares Gas» noch präsenter gemacht.

Strom aus erneuerbaren Quellen

Unter dem Begriff «erneuerbare Gase» werden Biogas, synthetisches Methan und grüner Wasserstoff zusammengefasst. Grosse Hoffnungen liegen insbesondere auf grünem Wasserstoff.

Bei der so genannten Power-to-Gas-Technologie wird Wasser mittels Elektrolyse in Wasser- und Sauerstoff aufgespalten. Damit der Wasserstoff als «grün» gilt, muss der dabei verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen stammen.

Die grossen Schweizer Energiekonzerne sehen allesamt grosses Potential in dem Energieträger. Die Projekte befinden sich aber jeweils noch in einer sehr frühen Phase, und das Geschäft ist noch klein und nicht gewinnbringend.

Einsatz bei CO2-intensiven Industrien

Die Herstellung von Synthesegas wird in Pilotanlagen erforscht und der Prozess sei seit Jahren bekannt, sagt etwa Thomas Grond vom Bündner Energiekonzern Repower. Neu sei aber die industrielle Verwertung und Produktion.

Grüner Wasserstoff dürfte künftig vor allem bei CO2-intensiven Industrien zum Einsatz kommen, insbesondere dort, wo eine direkte Elektrifizierung nicht möglich oder sehr teuer ist, heisst es von der BKW. Das betrifft etwa die Stahl- oder Chemieindustrie.

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Grüner Wasserstoff könnte bei CO2-intensiven Industrien eingesetzt werden. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB - dpa-infocom GmbH

In vielen EU-Ländern gibt es bereits ambitionierte Strategien und Förderprogramme, um die Produktions- und Transportkapazitäten in den nächsten Jahren stark auszubauen. «Es dürfte also langfristig ein grosser Wasserstoffmarkt entstehen», sagt BKW-Sprecherin Marisa Fetzer. Und auch hierzulande dürfte der Einsatz von Wasserstoff in der Industrie in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Gewisse Sektoren könnten gar nicht ohne den Einsatz von Wasserstoff dekarbonisiert werden, zum Beispiel ein gewisser Teil des Schwerverkehrs, heisst es von Alpiq. Der Energiekonzern sieht sich hierzulande als Pionier in dem Bereich.

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