Grosse bronzezeitliche Halle in der Prignitz (D) entdeckt

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    Möglicherweise ist es der Grundriss der Versammlungshalle des «Königs Hinz». Bei Grabungen in Brandenburg (D) machten Forscher einen bemerkenswerten Fund.

    Versammlungshalle
    Der Grabungsleiter Immo Heske zeigt ein Modell eines Hauses, das ähnlich wie die Versammlungshalle ausgesehen haben könnte. - Joerg Carstensen/dpa

    In der Nähe des «Königsgrabs» von Seddin (Landkreis Prignitz) nordwestlich von Berlin (D) ist bei Grabungen eine riesige Halle aus der Bronzezeit entdeckt worden. Wie das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf mitteilte, handelt es sich um das grösste Bauwerk dieser Art aus der nordischen Bronzezeit (ca. 2200–800 v. Chr).

    Vermutlich sei mit dem 31 mal 10 Meter grossen Grundriss die Versammlungshalle des sagenumwobenen «Königs Hinz» ausgegraben worden, hiess es.

    Laut Landesarchäologe Franz Schopper handelt es sich um einen «ganz dicken spektakulären Fund». Die Wände des Baus bestanden aus Holzbohlen und einem Flechtwerk mit Lehmverputz. Das Dach war mit Reet oder Stroh gedeckt. Aufgrund der geschätzten Gebäudehöhe von sieben Metern wird angenommen, dass noch weitere Geschosse zum Wohnen und zur Lagerung existierten.

    Im Inneren der westlichen Gebäudehälfte befand sich zentral gelegen eine Feuerstelle. An der nördlichen Längswand wurde ein Miniaturgefäss geborgen, welches als rituelle Opferung gedeutet wird.

    Gebäude zwischen 10. und 9. Jahrhundert vor Christus datiert

    Der Archäologe Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen, der die Grabungen seit einigen Jahren wissenschaftlich begleitet, datiert das Gebäude zwischen dem 10. und 9. Jahrhundert vor Christus.

    Aufgrund der enormen Grösse dürfte es sich um einen Herrschersitz gehandelt haben. Im Zeitraum von 1800 bis 800 vor Christus gebe es lediglich zwei weitere Gebäude dieser Art zwischen Dänemark und Süddeutschland, sagte Heske.

    Tobias Dünow (SPD), Staatssekretär im brandenburgischen Wissenschaftsministerium, sprach am Mittwoch in Seddin von einem «wirklich spektakulären» Fund. Die Arbeiten rund um das «Königsgrab» seien vor allem durch eine gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen, insbesondere auch mit dem Landkreis Prignitz und der Gemeinde Gross Pankow, möglich gewesen. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Förderung von 300'000 Euro für weitere Grabungen zugesagt.

    Modell der Halle geplant

    Laut Schopper sollen die Forschungsergebnisse auch der Öffentlichkeit präsentiert werden. Neben einer umfangreichen Publikation seien vor Ort Informationstafeln und eventuell ein Modell der Halle geplant. In Absprache mit den Kommunen solle dies in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren realisiert werden, sagte Schopper.

    Das «Königsgrab» in der Nähe von Seddin bei Gross Pankow gilt als die bedeutendste Grabanlage des 9. Jahrhunderts vor Christus im nördlichen Mitteleuropa. Es wurde 1899 bei Steingewinnungsarbeiten entdeckt.

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