Forschungsprojekt untersucht Lücken bei Wasserkriminalität
Wasserverschmutzerinnen und Wasserverschmutzer kommen laut der Universität Neuenburg in der Schweiz oft zu leicht davon. Ein Forschungsprojekt analysiert nun, warum die Strafverfolgung lückenhaft ist und was sich ändern muss.

Das vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Projekt soll bis August 2029 die Strafverfolgung von Delikten rund um das Wasser analysieren, wie die Universität Neuenburg (Unine) am Mittwoch mitteilte.
Ende Mai fand an der Universität Neuenburg eine nationale Konferenz statt, an der eine erste Bestandsaufnahme vorgestellt wurde. Der Austausch mit Fachleuten aus Forschung und Behörden habe gezeigt, dass die aktuellen Instrumente zur Bekämpfung der Wasserkriminalität unzureichend seien.
Obwohl die Schweiz als «Wasserschloss Europas» gelte, seien die Gewässer durch Pestizide, Mikroverunreinigungen und Stickstoff belastet. Ein zentrales Problem ist laut den Forschenden die Fragmentierung der Normen auf verschiedene Gesetze, was zu uneinheitlichen Praktiken in den Kantonen führe.
«Wir gehen von der Feststellung aus, dass Wasserkriminalität oft als eine Reihe von Einzelfällen wahrgenommen wird, obwohl es sich um ein strukturelles und unterschätztes Phänomen handelt», wurde Projektinitiatorin Nadja Capus in der Mitteilung zitiert. Ziel der Forschung sei es, das Phänomen sichtbar und für die Justiz bearbeitbar zu machen.
Das interdisziplinäre Projekt verbindet Strafrecht, Kriminologie und Rechtssoziologie.










