Weniger asiatische Touris: Schweizer Gäste-Boom rettet Berghotels
Während Gäste aus Asien ausbleiben, zieht es wegen der Hitze mehr Schweizer in die Berge. Davon profitieren viele Ferienregionen.

Das Wichtigste in Kürze
- Schweizer Gäste sorgen in mehreren Bergregionen für steigende Übernachtungszahlen.
- Gleichzeitig brechen die Buchungen aus China und anderen Fernmärkten ein.
Die grosse Hitze treibt viele Schweizerinnen und Schweizer in die Berge. Davon profitieren Hotels und andere touristische Betriebe in den Bergregionen.
Denn gleichzeitig bleiben wegen des Iran-Kriegs viele Gäste aus asiatischen Ländern fern. Zumindest teilweise können die Schweizer Feriengäste diese Ausfälle jedoch auffangen.
Besonders deutlich zeigt sich das in Graubünden. Der Kanton registrierte im Juni mehr als 400'000 Logiernächte. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat: So viele wie noch nie in einem Juni seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1990er-Jahren, wie SRF berichtet.
Knapp zwei Drittel der Gäste stammen aus der Schweiz. Die Übernachtungen aus dem Inland nahmen gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent zu. Bei Reisenden aus China gingen die Buchungen dagegen um fast 30 Prozent zurück.
Luzi Bürkli von Graubünden Ferien wertet den starken Juni gegenüber SRF als gutes Zeichen. Der Monat sei jeweils ein wichtiger Indikator für den weiteren Verlauf des Sommers.
Hitze sorgt für spontane Ausflüge
Auch das Wallis zieht mehr Schweizer Gäste an. Im Juni stieg die Zahl ihrer Übernachtungen um 4,6 Prozent.
Die hohen Temperaturen dürften der Region zusätzlich viele Tagesgäste bescheren.
Die fehlenden Gäste aus den Fernmärkten hinterlassen dennoch Spuren. Insgesamt sank die Auslastung im Wallis im Juni leicht um ein Prozent.
Stammgäste füllen Hotels
Im Berner Oberland zeigt sich ein ähnliches Bild. Vor allem Ferienorte mit einem hohen Anteil an Schweizer Gästen schneiden gemäss dem Sender gut ab.
«Destinationen, die stark am Schweizer Markt sind und auf viele Stammgäste zählen können, haben eine gute bis sehr gute Auslastung.» Das sagt Annette Stoffel, Geschäftsführerin von Hotellerie Suisse Berner Oberland, gegenüber SRF.
Etwas mehr als jeder dritte Gast in der Region komme aus der Schweiz. In der Jungfrauregion ist die Nachfrage aus den Golfstaaten leicht rückläufig. Dieser Rückgang werde «insbesondere durch einen Anstieg der Reisenden aus den USA kompensiert».
Gesamtschweizer Trendwende?
Schweizweit befand sich die Tourismusbranche zuletzt noch im Minus. In den ersten sechs Monaten des Jahres gingen die Übernachtungen um 0,7 Prozent auf 20,3 Millionen zurück.
Im Juli könnte jedoch die Trendwende erfolgt sein. Eine am 17. August veröffentlichte Schätzung des Bundesamts für Statistik deutet auf ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat hin.
Für eine definitive Sommerbilanz sei es laut Hotellerie Suisse noch zu früh. Klar ist bisher: Aus Asien kommen deutlich weniger Gäste. Die Nachfrage aus der Schweiz und aus Europa zeigt sich dagegen stabil.












