Europasaurus-Innenohr entlarvt ihn als Nestflüchter

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Österreich,

Unter den meist gigantischen Sauropoden war der Europasaurus – die «Europäische Echse» – erstaunlich klein. Da er vermutlich auf seiner Insel im heutigen Norddeutschland keine Räuber fürchten musste, konnte er es sich gemäss einer neuen Studie leisten «nur» bis zu acht Meter lang zu werden.

Europasaurus
Die Dinosaurier «Europasaurus holgeri» (l) und «Brachiosaurus» sind am 30.03.2017 als Teil der Ausstellung Jurassic Harz. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscherinnen und Forscher aus Österreich und Deutschland haben die Fossilien des Dinosauriers, der vor rund 154 Millionen Jahren in der späten Jurazeit lebte, mit neuen wissenschaftlichen Methoden untersucht, heisst es in einer Mitteilung der Universität Wien am Dienstag.

Dafür legten die Wissenschaftler Schädelreste von Tieren verschiedensten Alters in einen hochauflösenden Computertomographen. Vor allem interessierte sich das Team für die Hohlräume in den Köpfen, die das Gehirn und das Innenohr der Saurier enthielten. Letztere Struktur erlaube nämlich auch gewisse Rückschlüsse auf das Verhalten der Tiere.

So zeigte sich, dass die Cochlea bei Europasaurus relativ lang war. Das ist für die Paläontologen ein Hinweis darauf, dass die Tiere recht gut hören konnten. Das lässt wiederum darauf schliessen, dass die Kommunikation bei ihnen eine bedeutende Rolle gespielt haben muss und die Saurier vermutlich in Herden gelebt haben.

Weitere Hinweise auf die einstige Lebensweise bieten die drei Bogengänge des Innenohres. Hier sitzt der Gleichgewichtssinn. Schon bei frisch aus dem Ei geschlüpften Nachwuchs-Dinos waren diese Strukturen ähnlich entwickelt, wie dies bei erwachsenen Vertretern der Fall war.

«Das zeigt, dass bereits sehr junge Individuen von Europasaurus stark auf ihren Gleichgewichtssinn angewiesen waren», erklärte der an der Uni Wien tätige Sebastian Stumpf: «Das legt nahe, dass der Europasaurus vermutlich ein sogenannter Nestflüchter war.»

Sie blieben also nicht «im Nest hocken», sondern verliessen dieses früh. Da andere Dinosaurier deutlich schwerer waren als ihr frisch geschlüpfter Nachwuchs und damit eine lebensgefährliche Bedrohung darstellten, könnten die Europasaurus-Schlüpflinge direkt in der Nähe der Gruppe mitgewandert sein.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

USA Donald Trump
40 Interaktionen
In Video
Kolumnistin Verena Brunschweiger
46 Interaktionen
Breit und bullig

MEHR IN NEWS

Linz Jesuiten
Nach 12 Jahren
thunderbolts
Thunderbolts
2 Interaktionen
Ab heute
Mattel
Nach Trump-Zöllen

MEHR AUS ÖSTERREICH

Österreich Werbung
Freiheit pur!
Mutmasslicher Femizid
-
31 Interaktionen
Nach 20 Jahren
Wiener Lepra
4 Interaktionen
Österreich