Epidemie der Fettleber breitet sich weiter aus
Die Fettleber wird zur Epidemie: Millionen Menschen sind betroffen, während neue Forschung und Ernährung Hoffnung auf bessere Behandlung machen.

Weltweit leidet etwa jeder dritte Erwachsene unter einer Fettleber, auch in Deutschland sind Millionen Menschen betroffen. Fachleute erwarten, dass diese stille Epidemie in den kommenden Jahren weiter zunimmt.
Besonders problematisch ist, dass die stille Epidemie lange unbemerkt bleibt und Veränderungen deshalb häufig spät erkannt werden. Bis zu 20 Prozent entwickeln eine aggressivere Form, die schwere Leberschäden verursachen kann.
Laut «JournalMed» fehlen in Deutschland bislang einfache Strukturen, um gefährdete Menschen frühzeitig anhand von Routinedaten zu erkennen. Auch nach einer Diagnose gibt es derzeit keine einheitlich etablierte Behandlung dieser Erkrankung.
Neue Forschung beleuchtet die Epidemie
Eine Studie der Justus-Liebig-Universität Giessen eröffnet nun neue Perspektiven im Kampf gegen die wachsende Fettleber Epidemie. Forschende untersuchten dabei den Botenstoff Interleukin-13, kurz IL-13, und dessen Einfluss auf den Fettstoffwechsel.
Nach einer Gewichtsabnahme stieg IL-13 im Blut stark übergewichtiger Menschen an, wie die Forschenden beobachteten. Bei Mäusen führte fehlendes IL-13 dagegen zu mehr Leberfett und einer schlechteren Verbrennung von Fettsäuren.
Das Forschungsteam identifizierte zudem eine Signalkette, die in Leberzellen Prozesse zur Fettverbrennung aktiviert. «IDW» zufolge könnte dieser Mechanismus künftig neue Ansätze für Therapien gegen die Fettleber ermöglichen.
Keto-Ernährung zeigt deutlichen Effekt
Eine kleine Studie untersuchte unterdessen, welchen Einfluss verschiedene Ernährungsformen auf das Leberfett haben. Laut «FOCUS» sank der Fettanteil bei ketogener Ernährung innerhalb mehrerer Monate deutlich stärker als bei zwei Vergleichsformen.
Von ursprünglich 19,4 Prozent fiel der Leberfettanteil in der Keto-Gruppe auf durchschnittlich 6,2 Prozent. Bei mediterraner sowie fettarmer Ernährung betrug der Rückgang jeweils rund 45 Prozent.

Allerdings nahmen nur 42 Personen die Untersuchung vollständig teil, zudem waren alle Teilnehmenden adipös und hatten Prädiabetes. Die Ergebnisse zeigen deshalb einen interessanten Ansatz, erlauben aber noch keine Aussage über langfristige Effekte.
Eine spezielle Ernährung gilt bislang nicht offiziell als Standardtherapie gegen die Fettleber. Entscheidend bleiben laut den Quellen eine angemessene Kalorienreduktion, ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.












