Ein neuer Medikamentenmix gegen antibiotikaresistentes Bakterium

Keystone-SDA
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Genève,

Um gegen antibiotikaresistente Bakterien zu kämpfen, fährt ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung schweres Geschütz auf. In einer Studie verabreichten Forschende Mäusen zeitgleich mit einem Antibiotikum gegen ein resistentes Bakterium ein Krebsmittel – mit Erfolg.

Künstliche Intelligenz
Petrischalen mit antibiotikaresistenten Bakterien. Bisher hat nur die Hälfte der Schweizer Spitäler ein umfassendes Programm gegen diese Bedrohung implementiert. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kombination ermögliche es, gleichzeitig auf das Bakterium und das menschliche Immunsystem abzuzielen und so Resistenzen zu umgehen, schrieb die Universität Genf (Unige) in einer Mitteilung vom Mittwoch.

«Angesichts der Zunahme von Problemfällen werden innovative Ansätze dringend erforderlich», sagte Studienleiterin Kimberly Kline von der Unige in der Mitteilung der Universität. «Antibiotika sind darauf ausgelegt, Bakterien abzutöten, die dann Resistenzen entwickeln können, um sich dagegen zu verteidigen.»

Die Forschenden hatten in der Studie das häufig vorkommende Bakterium Enterococcus faecalis im Visier. Gegen die am weitesten verbreiteten Stämme dieses Bakteriums – bekannt als Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) – gibt es keine wirklich wirksamen Medikamente mehr. In Spitälern verursacht dieses Bakterium Harnwegs-, Blutbahn- und Wundinfektionen im Zusammenhang mit Kathetern oder chirurgischen Eingriffen.

Dem Antibiotika mischten die Forschenden Mitoxantran bei. Dieses Medikament wird bei der Behandlung bestimmter Krebsarten – akute Leukämie, Prostata- und Brustkrebs – sowie bei Multipler Sklerose eingesetzt. Als nächstes wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Medikamentenkombination in klinischen Studien an Menschen testen.

Die Unige-Forscherinnen und Forscher führten die Studie gemeinsam mit Forschenden des Singapore Centre for Environmental Life Sciences Engineering (SCELSE), die Nanyang Technological University (NTU) in China und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA durch. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht.

https://doi.org/10.1126/sciadv.add9280

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