E-Biken ist fast so gesund wie normales Velofahren

Simon Binz
Simon Binz

Bern,

E-Bikes gelten oft als «unsportlich»– zu Unrecht, wie neue Studien zeigen. Sie bringen fast so viel für die Gesundheit und sparen der Gesellschaft Millionen.

E-Bike
E-Bike-Fahrer unterwegs. - FLYER

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Bike-Fahren ist nur leicht weniger anstrengend als normales Velofahren.
  • Rund zwei Drittel der E-Bike-Fahrten ersetzen Wege mit dem Auto oder dem ÖV.
  • Laut einer Studie spart das E-Biken der Schweiz jährlich über 200 Millionen Franken.

Wer mit einem Motor Velo fährt, der treibt kein Sport. Es ist ein Mythos, der sich bei einigen hartnäckig hält, seit die E-Bikes auf unseren Strassen nicht mehr wegzudenken sind.

Nun liefern mehrere Studien aber erstmals verblüffende Zahlen, die diesen Mythos klar belegen. Darüber berichtete die «Tagesschau» am Sonntag. E-Bike-Fahren ist demnach nur 10 bis 15 Prozent weniger anstrengend als «normales» Velofahren.

Hast du ein E-Bike?

Die Umweltwissenschaftlerin Sonja Kahlmeier forscht zum E-Bike und weiss, dass sich E-Bike-Fahrer zwar etwas weniger anstrengen müssen. Aber: «Gleichzeitig fahren sie etwas längere Strecken – und daher ist der gesundheitliche Nutzen dann gar nicht so unterschiedlich.»

Ein weiter Pluspunkt: Rund zwei Drittel ersetzen mit einem E-Bike ihre Fahrten mit dem Auto oder dem ÖV. Laut Expertin Kahlmeier bedeutet dies, dass das E-Bike einen «grossen gesellschaftlichen Gesundheitsnutzen mit sich bringt». Viele würden damit Fortbewegungsmittel ersetzen, die keinen Bewegungsanteil mit sich bringen.

E-Bike-Fahrende sparen der Gesellschaft 200 Mio. im Jahr

Eine Studie des Bundesamtes für Raumentwicklung hat jetzt erstmals diesen Nutzen für die Gesellschaft errechnet. Demnach verhindert das E-Biken rund 6000 Spitaleintritte jedes Jahr und schafft rund 12'000 zusätzliche Lebensjahre, die der Gesellschaft zugutekommen.

Laut der Studie bedeutet das konkret, dass E-Bikende der Gesellschaft im Jahr rund 329 Millionen Franken sparen. Sie müssten weniger oft ins Spital und würden weniger bei der Arbeit ausfallen, heisst es.

E-Bike-Fahren
Schnelle E-Bikes erreichen laut einer neuen Studie mit Daten zu Zürcher Velofahrerinnen und Velofahrern regelmässig Geschwindigkeiten von über 30 km/h. (Symbolbild) - dpa

Diesen 329 Millionen Franken stehen jedoch Kosten für Unfälle von 126 Millionen Franken gegenüber. Es bleibt jedoch ein Nutzen von über 200 Millionen Franken, der auch Nicht-E-Bike-Fahrenden zugutekommen soll.

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Kommentare

User #2174 (nicht angemeldet)

10-15% weniger Muskelkraft 🫣 So ein Blödsinn!!!! Können gerne mal mit mir kommen. Ich Muskelbiker 75 Jahre alt. Nur das bringt wirklich Nachhaltig was.💪 Alles andere Sofafahrer. Und auch zu schnell unterwegs auf Rad/Wanderwegen. Häufig Rücksichtslos.

User #1134 (nicht angemeldet)

Vorab: Ich stelle den Nutzen von E-Bike fahren nicht in Frage, da sehr viele Menschen dadurch aktiver sind und das sagt auch die Studie. Aber die Aussage in diesem Artikel „E-Bike-Fahren ist nur leicht weniger anstrengend als normales Velofahren“ ist komplett falsch und basiert auf einer Fehlinterpretation der Studienergebnisse, resp. von entsprechenden Vergleichen. Eine Berechnung der MET-Werte auf derselben Strecke!!! (Länge/Höhenmeter) zeigt die Unterschiede deutlich. Beispiel: Unsere Seniorenbikegruppe fährt ca. 20 mal pro Jahr eine Strecke von durchschnittlich ca. 60km und ca. 500 Höhenmeter. Die allermeisten mit E-Bikes. Die MET-Berechnung ergibt für die E-Bikefahrer pro Strecke 864 MET und für Fahrradfahrer auf der gleichen Strecke 1‘920 MET. Das heisst 120% mehr für das Fahrrad und nicht nur leicht mehr! Dazu kommt der Faktor „Krafttraining“, das vor allem im Alter besonders wichtig ist: Beim normalen Fahrrad werden größere Muskelgruppen (v. a. Bein- und Rumpfmuskulatur) deutlich intensiver beansprucht – was dem altersbedingten Muskelabbau entscheidend entgegenwirkt und sehr wichtig für die Sturzprävention ist. Das E-Bike leistet hier nur einen minimalen Beitrag. Aber wie gesagt, E-Bikefahren ist eine super Sache und dient der Volksgesundheit sehr!

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