E-Autos könnten sich in Afrika rasch durchsetzen

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Zürich,

Der Fahrzeugbestand in Afrika dürfte sich bis 2050 verdoppeln. Laut einer neuen Studie könnten Elektrofahrzeuge dabei eine grössere Rolle spielen als bisher angenommen.

Elektroautos könnten einer neuen Studie zufolge in Afrika bis 2040 über den gesamten Lebenszyklus günstiger sein als Verbrenner. (Symbolbild)
Elektroautos könnten einer neuen Studie zufolge in Afrika bis 2040 über den gesamten Lebenszyklus günstiger sein als Verbrenner. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die Frage sei nicht, ob Mobilität zunehme, sondern wie, schrieb die ETH Zürich in einer Mitteilung vom Dienstag.

Dank Solarstrom könnten Elektro-Autos dabei in vielen Ländern Afrikas viel früher rentabel werden als bislang erwartet. Dies berichten Forschende der ETH Zürich, des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der afrikanischen Universitäten Makerere University, University of Port Harcourt und Stellenbosch Universit im Fachmagazin «Nature Energy».

Laut der Studie könnten sie vor 2040 günstiger sein als Verbrenner. Bisherige Modelle gingen davon aus, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis Mitte des Jahrhunderts dominieren würden.

Voraussetzung ist, dass die Elektroautos mit Solarstrom aus einer eigenen kleinen Anlage geladen werden, unabhängig von oft unzuverlässigen oder nicht vorhandenen Stromnetzen.

Für ihre Analyse verglichen die Forschenden die Gesamtbetriebskosten und die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus. Sie untersuchten drei Antriebsarten: Verbrenner mit fossilen Treibstoffen, Verbrenner mit synthetischen Treibstoffen und Elektroautos, die über eine vom Stromnetz unabhängige Solaranlage geladen werden.

Die Untersuchung umfasste 52 afrikanische Länder, sechs verschiedene Fahrzeugsegmente – von Zweirädern bis zu Kleinbussen – und die Zeithorizonte 2025, 2030 und 2040.

Die Ergebnisse zeigen, dass Elektroautos mit unabhängigen Solaranlagen geladene Zweiräder bereits 2030 wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Bis 2040 sollen sie in allen untersuchten Fahrzeugklassen und in den meisten Ländern die günstigere Variante sein.

Als grösstes Hindernis für eine rasche Elektrifizierung des Personenverkehrs in Afrika identifiziert die Studie die hohen Finanzierungskosten. In vielen afrikanischen Ländern sind Kredite teuer, weil Investitionen als riskant gelten, wie die ETH in der Mitteilung erklärt. Das trifft Elektrofahrzeuge besonders, da sie höhere Anfangskosten haben.

Die Studienautoren leiten daraus politische Empfehlungen ab. Anstatt auf Subventionen für den Fahrzeugkauf zu setzen, sollten Regierungen und Finanzinstitutionen Massnahmen zur Risikominderung bei der Finanzierung ergreifen, forderten sie in der Studie. Dazu gehören Garantien oder Mischfinanzierungen. Dies würde die Kapitalkosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit von E-Autos direkt verbessern.

Kommentare

User #1123 (nicht angemeldet)

Ich bin fast erstickt, so heftig musste ich über den Titel des Artikels lachen. Träumt weiter so

User #4317 (nicht angemeldet)

Auch BMW musste "erstaunt" feststellen, dass sie jahrelang ein totes Pferd geritten haben..

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