Werden E-Autos als Stromspeicher genutzt, müsste dadurch weniger Strom importiert werden. Dadurch könnten Treibhausgasemissionen minimiert werden.
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Elektrofahrzeuge könnten als Zwischenspeicher von Strom genutzt werden, um die tageszeitlichen Schwankungen von erneuerbaren Energien zu glätten. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
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Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher beschäftigten sich mit dem Einsparpotential importierter Treibhausgasemissionen.
  • Dies im Hinblick, wenn E-Autos als Stromspeicher genutzt würden.
  • Die jahreszeitlichen Schwankungen könnten sich so verstärken.

Forscher haben das Einsparpotential importierter Treibhausgasemissionen berechnet, wenn Elektroautos als Stromspeicher genutzt würden. Demnach liessen sich diese Emissionen so im optimistischsten Szenario im Jahr 2050 um rund 35 Prozent reduzieren.

Solarstrom besitzt einen entscheidenden Makel: Im Sommer und über die Mittagszeit gibt es zu viel Strom, in den Abendstunden und im Winter zu wenig.

Steigt die Schweiz aus der Atomenergie aus und baut die Erneuerbaren aus, werden sich die tages- und jahreszeitlichen Schwankungen verstärken.

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Im Jahr 2020 waren in der Schweiz rund 20'000 E-Autos registriert. - dpa-infocom GmbH

Gleichzeitig waren in der Schweiz im Jahr 2020 fast 20'000 Elektrofahrzeuge registriert –und die Zahl nimmt rasant zu. Laut Prognosen werden bis Mitte des Jahrhunderts zwischen 1,4 und 3,5 Millionen E-Autos auf den Schweizer Strassen herumkurven.

Ein Team von der Empa und der ETH Lausanne (EPFL) hat das Potenzial von Elektroautos als Stromspeicher untersucht. Dadurch soll in der Schweiz produzierter Strom hier gehalten und gleichzeitig weniger Strom importiert werden müssen. Für den Klimaschutz ist letzteres insbesondere dann wünschenswert, wenn importierter Strom aus emissionsintensiven Quellen wie Kohle- oder Gaskraftwerken stammt.

Für saisonale Speicherung ist neue Technologie vonnöten

Resultat der Studie, die im Fachmagazin «Energies» erschienen ist: Im Jahr 2050 liessen sich die importierten Treibhausgasemissionen um rund 35 Prozent reduzieren, wenn Elektroautos als Stromspeicher genutzt würden. In Kombination mit Speicherseen und Pumpspeicherkraftwerken könnte gar eine Reduktion von 60 Prozent erreicht werden. Dabei würden Elektroautos insbesondere die täglichen Spitzen glätten, die Wasserspeicher die saisonalen Spitzen.

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Die Schweiz bleibt im Winter ein Nettoimporteur und im Sommer ein Nettoexporteur. - DPA

Die Forscher betonen jedoch, dass die Schweiz selbst bei vollständiger Ausschöpfung des Elektroauto-Speicherpotenzials die Schwankungen nicht vollständig ausgleichen können wird. Die Schweiz bleibe im Winter ein Nettoimporteur, im Sommer ein Nettoexporteur, schreiben sie. Um die verbleibenden Überschüsse im Inland zu nutzen, brauche es für die saisonale Speicherung neue Technologien. Zum Beispiel Wasserstoff oder synthetische Treibstoffe.

Es braucht genügend Lade- und Entladestationen

Zudem brauche es genügend Elektroautos und genügend Lade- und Entladestationen, um Strom aus den Elektrofahrzeugen ins Netz einspeisen zu können.

«Gemäss unseren Berechnungen erreichen wir bereits mit dem kleinen Szenario von 1,4 Millionen Fahrzeugen einen deutlichen Stromspeicher-Effekt». Dabei sei allerdings eine zusätzliche Abnutzung der Batterien spürbar. Ab 1,4 Millionen Fahrzeugen nehme die zusätzliche Alterung der Batterien jedoch immer mehr ab. «Beim Szenario mit 3,5 Millionen Fahrzeugen ist keine zusätzliche Alterung mehr nachweisbar».

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