Mit einer neuen Methode konnte eine DNA Analyse beweisen, dass der bisher umstrittene Urenkel LaPointe mit dem berühmten Häuptling Sitting Bull verwandt ist.
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Ernie LaPointe, der Urenkel des legendären Häuptlings Sitting Bull, vor einem Porträt seines berühmten Vorfahren. Die Verwandtschaft zwischen den beiden konnte erst jetzt eindeutig nachgewiesen werden dank einem neuen DNA-Verfahren (Archivbild). - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sitting Bull DNA Analyse bestätigt, dass Ernie LaPointe sein Urenkel ist.
  • Eske Willerslev entwickelte neue Methoden zur DNA-Analyse.
  • Es ist der erste Nachweis einer Verwandtschaft mit einer historischen Persönlichkeit.

Forscher untersuchen DNA aus Haarzopf des Häuptlings. Ein Forscherteam um Eske Willerslev präsentierte die neue Methode am Mittwoch in der Fachzeitschrift «Science Advances». Das Team ist aus Forschern von der Universität Cambridge und dem Lundbeck Foundation Geogenetics Centre in Dänemark zusammengestellt.

Die DNA Analyse bedeutet wissenschaftlichen Fortschritt: Es ist das erste Mal, dass eine familiäre Beziehung zwischen einer historischen Persönlichkeit und ihrem lebenden Nachkommen nachgewiesen werden kann. Und dies nur anhand von genetischem Material.

Willerslev fand eigenen Angaben zufolge eine Möglichkeit, die Verwandtschaft anhand von geschlechtsspezifischer «autosomaler» DNA zu prüfen. Mit der Methode könnten die Nachfahren weiterer historischer Persönlichkeiten identifiziert werden: vom berüchtigten Banditen Jesse James bis hin zur russischen Zarenfamilie. Die Anforderung dafür sei lediglich eine DNA-Probe des Verstorbenen.

Bei bisherigen genetischen Studien suchen Forscher nach Übereinstimmungen zwischen der DNA im Y-Chromosom, die in der männlichen Linie weitergegeben wird. Wenn der verstorbene Mensch weiblich war, wird die DNA in den Mitochondrien näher betrachtet. In Fall der Sitting Bull DNA Analyse konnten jedoch beide Methoden nicht genutzt werden. Es handelt sich um einen männlichen Vorfahren, der mütterlicherseits mit seinem Urenkel verwandt ist.

DNA-Analyse beweist Verwandtschaft mit Sitting Bull

Im aktuellen Fall untersuchten die Wissenschaftler daher autosomale DNA aus einem Zopf des Häuptlings. Sie entwickelten dann eine Berechnungsmethode, um sie mit der DNA des Nachfahren und 13 anderer Mitglieder des Lakota-Sioux-Stammes zu vergleichen. Dabei prüften die Forscher, ob Ähnlichkeiten im Genom tatsächlich auf eine enge Verwandtschaft hindeuteten.

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Zopf der Sitting Bull DNA Analyse - Smithsonian Institution/AFP/Archiv

Die Verwandtschaft des Urenkels mit dem legendären Stammeshäuptling war häufig angezweifelt worden. Er verfügte zwar über historische Aufzeichnungen wie Geburts- und Sterbeurkunden des Häuptlings, konnte die Verwandtschaft jedoch nie endgültig belegen. Er suchte nach einem Nachweis für eine genetische Verwandtschaft. Seine Absicht dahinter war, die sterblichen Überreste seines Vorfahren an einem anderen Ort bestatten zu dürfen.

Sitting Bull, der eigentlich Tatanka-Iyotanka hiess, führte im Jahr 1876 rund 1500 Lakota-Krieger in die berühmte Schlacht am Little Bighorn. Dabei töteten die Indigenen den US-General George Armstrong Custer und dessen fünf Kompanien. Der Häuptling wurde 1890 von Polizisten im Auftrag der US-Regierung erschossen.

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