Cholesterin ist auch bei Kindern ein Gesundheitsrisiko
Erhöhtes Cholesterin kann bereits Kinder gefährden. Besonders eine erbliche Fettstoffwechselstörung bleibt oft lange unentdeckt und kann die Gefässe belasten.

Hohe Cholesterinwerte gelten häufig als Problem des Erwachsenenalters. Doch auch Kinder können bereits erhöhte Blutfettwerte haben, ohne Beschwerden zu entwickeln.
Wie die «CleanKids» berichtet, können dauerhaft erhöhte LDL-Werte Ablagerungen in den Gefässwänden begünstigen. Dadurch steigt langfristig das Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Cholesterin erfüllt im Körper wichtige Aufgaben, beispielsweise beim Aufbau von Zellmembranen. Problematisch wird es, wenn dauerhaft zu viel LDL-Cholesterin im Blut verbleibt.
Familiäre Hypercholesterinämie: Wenn die Gene entscheiden
Eine wichtige Ursache ist die familiäre Hypercholesterinämie (FH), eine angeborene Fettstoffwechselstörung. Genetische Veränderungen führen dabei zu erhöhten LDL-Cholesterinwerten, häufig bereits im Kindesalter.
Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit ist etwa eine von 250 bis 500 Personen von der heterozygoten Form betroffen. Ist ein Elternteil erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung an jedes Kind bei rund 50 Prozent.
Deutlich seltener ist die biallelische familiäre Hypercholesterinämie (BiFH). Dabei erhält das Kind krankheitsverursachende Genveränderungen von beiden Elternteilen.
Cholesterin: Warum frühe Untersuchungen wichtig sind
Diese schwere Verlaufsform betrifft ungefähr eine von 160'000 bis 300'000 Personen. Unbehandelt können bereits in der frühen Kindheit schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten.
Wie die «GEO» schreibt, sollten Eltern familiäre Probleme mit Cholesterin unbedingt in der Kinderarztpraxis ansprechen. Besonders relevant sind stark erhöhte Blutfettwerte oder Herzinfarkte bei Angehörigen in ungewöhnlich jungem Alter.
Für die Diagnose genügt ein einzelner erhöhter LDL-Wert allerdings nicht. Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen zusätzlich die Krankengeschichte, familiäre Belastungen und gegebenenfalls genetische Untersuchungen.
Früherkennung und Behandlung bei Cholesterin
Auch die «Ad-Hoc-News» berichtet über erhebliche Lücken bei der Früherkennung. Demnach erreichen weniger als die Hälfte der untersuchten betroffenen Kinder die empfohlene Senkung ihres LDL-Cholesterins.
Eine ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung bilden wichtige Grundlagen der Behandlung. Bei einer familiären Hypercholesterinämie reichen diese Massnahmen allein jedoch häufig nicht aus.

Kinder mit der heterozygoten Form benötigen deshalb in der Regel zusätzlich cholesterinsenkende Medikamente. Bei der besonders schweren biallelischen Form können intensive medikamentöse Therapien notwendig werden.
Kaskadenscreening: Warum die ganze Familie untersucht werden sollte
In bestimmten Fällen kommt ausserdem eine Lipoprotein-Apherese infrage. Bei diesem Verfahren werden LDL-haltige Bestandteile direkt aus dem Blut entfernt.
Wird eine familiäre Hypercholesterinämie festgestellt, empfehlen Fachleute ein sogenanntes Kaskadenscreening. Dabei werden Eltern, Geschwister und weitere Verwandte gezielt auf die Erkrankung untersucht.
Die neue Leitlinie unter Mitwirkung von Prof. Dr. Berthold Koletzko empfiehlt diesen familienbezogenen Ansatz ausdrücklich. Blutuntersuchungen und gegebenenfalls genetische Tests helfen dabei, weitere Betroffene frühzeitig zu erkennen.











