Blitz und Donner: Wie gross ist die Gefahr in der Schweiz wirklich?

Keystone-SDA
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Bern,

Mit den heissen Tagen sind auch die Gewitter in die Schweiz zurückgekehrt. Dass Gewitter gefährlich sind, ist bekannt. Aber wie hoch ist das Risiko, tatsächlich von einem Blitz getroffen zu werden? Und wie verhält man sich im Ernstfall richtig? Die wichtigsten Fakten:

Gewitter
Am Sonntag zogen Gewitter über die Schweiz. - keystone

WIE GROSS IST DIE GEFAHR, VON EINEM BLITZ GETROFFEN ZU WERDEN?

Genaue Zahlen gibt es dazu für die Schweiz nicht. In den USA beträgt die Wahrscheinlichkeit laut dem nationalen Wetterservice weniger als eins zu einer Million.

Einer Analyse des Forschungsinstituts für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zufolge forderten Blitzschläge schweizweit in den 70 Jahren zwischen 1946 und 2015 164 Todesopfer. Das entspricht 2,3 Blitztoten pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Blitzschlag zu sterben, ist während der Untersuchungsperiode aber stark gesunken. In der ersten Hälfte der Studienperiode wurden viermal so viele Todesfälle wegen Blitzschlags registriert als in der zweiten Hälfte.

In den letzten Jahren gab es jeweils Berichte von einer Handvoll Menschen, die in der Schweiz von Blitzen getroffen wurden. Die meisten überlebten.

WO IST DIE GEFAHR IN DER SCHWEIZ AM GRÖSSTEN?

Die meisten Blitztoten gab es laut der WSL-Statistik im Kanton Bern mit 21, gefolgt vom Kanton Wallis mit 17. Allgemein dürfte die grösste Gefahr aber im Kanton Appenzell Innerrhoden liegen – er war der Kanton, in dem im Jahr 2024 die höchste Blitzdichte verzeichnet wurde, wie eine im vergangenen Jahr vom Blitz-Informationsdienst (Blids) veröffentlichte Statistik zeigte.

In dem Kanton wurden zwei Blitzeinschläge pro Quadratkilometer und Jahr verzeichnet.

WIE SCHÜTZT MAN SICH VOR BLITZEN?

Gerät man in ein Gewitter sollte man Höhen, offene Flächen und Gewässer möglichst meiden. Von Masten, Antennen, Metallkonstruktion, Gebäuden und Bäumen im Wald soll man mindestens drei Meter Abstand halten. Auch von freistehende Bäumen, Baumgruppen oder Waldrändern sollte man sich fern halten.

Am besten ist es nach Angaben des Bundesamts für Unfallverhütung (BFU), Schutz in einem Gebäude, in Höhlen, unter Felsvorsprüngen oder am Fuss von Felswänden zu suchen. Befindet man sich im Freien, empfiehlt das BFU, mit geschlossenen Füssen in die Hocke zu gehen. Von Masten, Antennen, Metallkonstruktion, Gebäuden und Bäumen im Wald soll man mindestens drei Meter Abstand halten.

STIMMT DIE REGEL «EICHEN SOLLST DU WEICHEN, BUCHEN SOLLST DU SUCHEN»?

Nein. Einem Blitz ist die Baumart völlig egal. Er sucht sich bei seinem Weg zur Erde immer den exponiertesten oder höchsten Punkt in der Umgebung aus – und das kann genauso gut eine Buche wie eine Eiche sein.

Es wird vermutet, dass dieser Mythos entstand, weil Blitzeinschläge bei Eichen durch deren borkige Rinde oft spektakuläre, sichtbare Holzabsplitterungen hinterlassen. Bei Buchen läuft das Regenwasser wegen der glatten Rinde flächiger ab, wodurch der Blitz oft auf dem nassen Film auf der Aussenseite entlanggleitet und weniger sichtbare Schäden anrichtet.

KANN MAN DIE ENTFERNUNG EINES GEWITTERS WIRKLICH ZÄHLEN?

Ja, das funktioniert tatsächlich – zumindest ungefähr. Blitz und Donner entstehen in den Gewitterwolken gleichzeitig. Das Licht vom Blitz breitet sich aber viel schneller aus als der Schall des Donners. Zählt man die Sekunden zwischen Blitz und Donner und teilt diese Zahl durch drei, erhält man ungefähr die Entfernung des Gewitters in Kilometern.

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