Wegen Opfern von Ex-SVPler: Funiciello kritisiert Behörden
«Beschämend»: SP-Nationalrätin Tamara Funiciello greift nach dem Skandal um den Ex-SVP-Grossrat die Schweizer Behörden an – und fordert Konsequenzen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Ex-SVP-Grossrat aus dem Aargau ist wegen versuchten Mordes angeklagt.
- Die Ermittlungen begannen, nachdem die Mutter den Mann im Bett ihrer Tochter vorfand.
- SP-Nationalrätin Tamara Funiciello schiesst nun scharf gegen die Schweizer Behörden.
«Es ist beschämend für dieses Land. Es ist beschämend für die Institutionen. Und es ist unerhört.»
Der Fall um einen ehemaligen SVP-Grossrat erschüttert die Schweiz. Der 57-Jährige soll Frauen betäubt und sexuell missbraucht haben. Auch die minderjährige Tochter seiner Partnerin. Doch inzwischen steht nicht nur der Beschuldigte im Fokus – auch die Behörden geraten unter Druck.
SP-Nationalrätin Tamara Funiciello erhebt schwere Vorwürfe. In einem Instagram-Video kritisiert sie den Umgang der Schweizer Behörden mit den mutmasslichen Opfern scharf und fordert Konsequenzen.
Vor rund drei Jahren wurde ein ehemaliger Aargauer SVP-Grossrat verhaftet. Der schlimme Verdacht: sexuelle Handlungen mit Kindern.
Seit gestern liegt die Anklageschrift vor, und sie zeigt: Das Ausmass der Vorwürfe ist weit gravierender als bisher bekannt. Der heute 57-Jährige, der mehrere Jahre im Aargauer Kantonsparlament politisierte, soll zwei Frauen und eine Minderjährige mehrfach betäubt und sexuell missbraucht haben.
Die Taten hätten sich laut den Ermittlern über einen langen Zeitraum erstreckt. Die Staatsanwaltschaft sicherte ausserdem grosse Mengen an Bildern und Videos. Der Beschuldigte filmte offenbar einen Teil der Taten – und ist dabei auch selbst auf den Aufnahmen zu erkennen.
Funiciello schiesst scharf
Nun meldet sich SP-Nationalrätin Tamara Funiciello auf Instagram zu Wort. Für Funiciello steht der Umgang mit den Opfern im Zentrum. Sie wirft den Schweizer Behörden vor, die Frauen nicht geschützt und unterstützt zu haben.
Im Video sagt sie: «Und was haben die Schweizer Behörden getan, als das herausgekommen ist? Die Schweizer Behörden haben sie nicht unterstützt, nicht dafür gesorgt, dass diese Leute in Sicherheit kommen.»

Im Gegenteil, so Funiciello: «Sie haben die Frauen in das nächste Martyrium gejagt.» Die Behörden hätten ihnen nicht die notwendige finanzielle Unterstützung gewährt, sondern sogar ein Verfahren eingeleitet, um die Frauen auszuschaffen. Mutter und Tochter stammen aus Polen.
«Das ist, was die Schweizer Behörden gemacht haben mit Opfern von sexualisierter Gewalt.»
Grund? Kein Schweizer Pass
Der Grund dafür sei aus Sicht der SP-Nationalrätin klar: «Weil sie keinen Schweizer Pass haben.»
Funiciello findet dafür deutliche Worte: «Es ist beschämend.»
Für sie ist klar: «Alle Opfer von sexualisierter, häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt haben die nötige Unterstützung verdient. Unabhängig davon, welche Passfarbe sie haben.»
Zum Schluss fordert die Politikerin Konsequenzen: «Und es werden, es müssen politische Handlungen folgen.»
Prozesstermin steht noch nicht fest
Neben der Frau und ihrer damals minderjährigen Tochter zählt eine weitere erwachsene Frau zu den direkt Betroffenen. Dazu kommen weitere geschädigte Personen, die auf den Videoaufnahmen zu erkennen sind.
Der Fall liegt inzwischen beim Bezirksgericht Baden, ein Prozesstermin steht noch nicht fest. Ein Zusammenhang zwischen den Taten und dem früheren politischen Amt des Mannes bestehe laut Anklage nicht.
Der Beschuldigte bestreitet wesentliche Teile der Vorwürfe, wie sein Anwalt erklärte. Es gilt die Unschuldsvermutung.













