Astrophysiker knacken Rätsel um Sterngeburten in nahen Galaxien

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    Zürich,

    Neue Erkenntnisse zur Geburt eines Sterns: Die vorhandene Gasmenge in Galaxien bestimme, ob ein neuer Stern zu leuchten beginne, so ein Zürcher Astrophysiker.

    Geburt Stern
    Astrophysik: Junge Sterne in der Grossen Magellanschen Wolke. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Forschende der Uni Zürich haben neue Erkenntnisse zur Geburt eines Sterns gewonnen.
    • Die vorhandene Gasmenge in Galaxien bestimme, ob ein neuer Stern zu leuchten beginne.

    Forschende sind den Prozessen bei der Geburt eines Sterns näher gekommen: Demnach bestimme die vorhandene Gasmenge in Galaxien, ob ein neuer Stern zu leuchten beginne, berichtet der Zürcher Astrophysiker Robert Feldmann im Fachmagazin «Communications Physics».

    In groben Zügen ist Astronomen durchaus bekannt, wie ein neuer Stern aus Gas und Staub geboren wird: Die molekularen Wolken kollabieren unter ihrer eigenen Schwerkraft und komprimieren die Materie dadurch immer mehr.

    Ab einem gewissen Zeitpunkt ist die Dichte so gross, dass Atome verschmelzen und die Kernfusion einsetzt – der junge Stern beginnt zu leuchten.

    Auslöser für Sternbildung weiterhin unklar

    Was allerdings letztendlich der Auslöser für die Sternbildung in den Galaxien ist, bleibt eine offene Frage, wie die Universität Zürich am Dienstag mitteilte. Ein Grund: Die derzeitigen Nachweisgrenzen verhindern eine genaue Messung von Gasmassen in vielen Galaxien.

    Galaxien
    Das Panoramabild «Hubble Legacy Field» mit 265'000 Galaxien ist eine Kombination aus rund 7500 Einzelaufnahmen des «Hubble»-Weltraumteleskops. (Symbolbild) - dpa

    Die Zürcher Astrophysiker um Robert Feldmann von der Universität Zürich nutzten eine statistische Methode, um nahe Galaxien mit nicht erfassten Gasmengen in die Analysen miteinzubeziehen. Demnach verschlingen neue Sterne innerhalb von einer Milliarde Jahren das molekulare Gas und innerhalb von zehn Milliarden Jahren das atomare Gas in typischen Galaxien.

    «Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entstehung von Sternen tatsächlich direkt von der insgesamt vorhandenen Gasmasse abhängt.» Dies sagte Feldmann. «Sterngeburten werden also von der Menge an Gas bestimmt, die aus verschiedenen kosmischen Entfernungen in die Galaxie eintritt oder sie verlässt.»

    Starburst-Galaxien verbrauchen Materie viel schneller

    Allerdings: Sogenannte Starburst-Galaxien, in denen wesentlich mehr neue Sterne entstehen, als für Galaxien dieser Grössen typisch ist, verbrauchen die Materie viel schneller als ihre weniger aktiven Geschwister. Die Ursache der Sterngeburten scheint hier auf einem anderen Phänomen zu beruhen, etwa intergalaktische Wechselwirkungen oder Instabilitäten in galaktischen Scheiben.

    Mit neuen Observatorien liesse sich künftig vielleicht auch der Gasgehalt in weit entfernten Galaxien bestimmen. Die Zürcher Forschenden möchten daher ihre Methoden verfeinern, um das Geheimnis der Sterngeburten ganz zu lüften.

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