Ein internationales Forschungsteam hat einen Algorithmus zur Vorhersage von Psychosen entwickelt. Dieser soll bei der gezielten Bekämpfung der Symptome helfen.
Algorithmus
Ein Forschungsteam hat einen Algorithmus zur Vorhersage von Psychosen entwickelt. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Forschungsteam hat einen Algorithmus zur Vorhersage von Psychosen entwickelt.
  • Dieser wurde bei 70 Kindern von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter durchgeführt.
  • Angst ist eines der wichtigen Warnsignale.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Genf hat einen Algorithmus entwickelt. Dieser sagt anhand einer Gewichtung von Symptomen die Entwicklung einer psychotischen Krankheit bei Kindern mit einer bestimmten Erbkrankheit voraus. Das könnte helfen, gezielt Symptome zu bekämpfen, um das Risiko für Psychosen zu verringern, hoffen die Forschenden.

Jedes dritte Kind, dem ein kleines Stück Erbinformation auf dem 22. Chromosom fehlt, entwickelt gemäss einer Mitteilung der Universität Genf später eine psychotische Erkrankung wie Schizophrenie. Welche Kinder dies trifft, versuchen Medizinerinnen und Mediziner anhand von neurobiologischen Mechanismen und bestimmten Symptomen herauszufinden.

Algorithmus hat 40 Variablen

Doch welche dieser Variablen sind die relevantesten und sagen am zuverlässigsten eine Psychose voraus? Um dies zu klären, entwickelten die Forschenden um Corrado Sandini von der Universität Genf einen auf Netzwerkanalysen beruhenden Algorithmus. Davon berichten sie im Fachmagazin «eLife»

Um das Werkzeug zu testen, speisten die Forschenden den Algorithmus mit vierzig Variablen. Diese wurden bei 70 Kindern von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter alle drei Jahre mithilfe der Eltern erfasst. Dazu gehörten beispielsweise Halluzinationen, Schuldgefühle und die Bewältigung des täglichen Stresses.

Angst ist ein wichtiges Warnsignal

Demnach gelang es den Forschenden, die wichtigsten Variablen herauszukristallisieren, die die Entwicklung psychischer Probleme drei Jahre später vorhersagen. «Wir fanden heraus, dass bei einem ängstlichen 10-jährigen Kind, Angst sich in der Adoleszenz in eine Unfähigkeit zur Stressbewältigung verwandelt. Dieses mit grosser Wahrscheinlichkeit eine psychische Erkrankung entwickelt», liess sich Sandini in der Mitteilung zitieren.

Die Entwicklung der Angst sei also ein wichtiges Warnsignal. Auch Traurigkeit, die sich im Laufe der Zeit zu Schuldgefühlen entwickle, habe sich als ein sehr wichtiges Symptom erwiesen.

Anhand einer zweiten Stichprobe von Kindern konnten die Forschenden bestätigen, dass die Methode zuverlässig funktioniert. Sie möchten das Vorhersageinstrument nun verfeinern, indem sie auch andere Variablen wie beispielsweise das Gewicht in die Bewertung einfliessen lassen.

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