Das Operndrama «Salome» von Richard Strauss ist eines der berühmtesten Werke des deutschen Komponisten. Nun hat die Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) in München zwei weitgehend unbekannte Fassungen des 1905 uraufgeführten Stücks veröffentlicht.
Probe im Opernhaus
Probe im Opernhaus - Céline Brunner

Das Wichtigste in Kürze

  • Es handele sich zum einen um die originale «Französische Fassung» von 1905 und die authentische «Dresdner Retouchen-Fassung» von 1929/1930, teilte die Akademie am Montag in München mit.

Für die Französische Fassung hatte Strauss der Mitteilung zufolge auf das von Oscar Wilde auf Französisch verfasste Theaterstück «Salomé» zurückgegriffen. Er habe die Gesangsstimmen völlig neu geschrieben, um sie an die Sprache dieses Originaltextes anzupassen. Diese ganz anders klingende Fassung liege nun erstmals als Partitur gedruckt vor, berichtete die Akademie.

Bei der Dresdner Retouchen-Fassung habe Strauss anstelle der üblichen dramatischen Stimme einen lyrischen Sopran in der Titelrolle eingerichtet. Die Version feierte nach Angaben der Akademie 1930 Premiere, geriet aber in den 40er Jahren in Vergessenheit. Nun stehe sie als interessante Aufführungsoption wieder zur Verfügung.

Die von der Richard-Strauss-Forschungsstelle publizierten Notenbände sind Teil des Projektes «Kritische Ausgabe der Werke von Richard Strauss». Aktuell erschienen ist auch eine Neuausgabe der Oper «Elektra».