Zwei Deutsche nach Starlink-Anschlag in Auslieferungshaft
Drei Wochen nach einem Brandanschlag auf den Satellitendienst Starlink in der Nähe der bulgarischen Hauptstadt Sofia hat ein deutsches Gericht Auslieferungshaft gegen zwei 19-jährige Deutsche verhängt.

Die Männer aus dem westdeutschen Nordrhein-Westfalen waren vergangenen Freitag in Duisburg festgenommen worden. Gegen sie lägen europäische Haftbefehle aus Bulgarien vor, teilten das Oberlandesgericht (OLG) und die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit.
Es gehe dabei um Brandstiftungsdelikte, sagte eine Gerichtssprecherin. Näher wollte sie sich mit Blick auf die zuständigen bulgarischen Behörden nicht äussern. Der Tatort liege in Bulgarien; das OLG werde zu gegebener Zeit über die Zulässigkeit einer Auslieferung zu entscheiden haben, hiess es in der Mitteilung.
Die 19-jährigen Verdächtigen sollen laut dem Haftbefehl aus Bulgarien mit einem Auto mit deutschem Kennzeichen als Touristen aus Serbien eingereist sein und am 9. Oktober acht Starlink-Antennen südlich von Sofia angezündet haben, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtet hatte. Die Verteidiger der Männer wollen allerdings den Haftbefehl anfechten.
Das Satellitennetz Starlink ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg. Ende September war bereits in einer Bodenstation von Starlink südlich der polnischen Hauptstadt Warschau ein Brand ausgebrochen. Später waren bei Stuttgart in Deutschland zwei mutmassliche Saboteure festgenommen worden, die den Anschlag verübt haben sollen. Die Regierung in Warschau hatte dies mit russischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht.
Den Verdächtigen des Anschlags bei Sofia drohen laut der Anklage der bulgarischen Staatsanwaltschaft Haftstrafen von drei bis zwölf Jahren. Die deutschen Behörden begründeten die Auslieferungshaft unter anderem mit der hohen Straferwartung in dem Verfahren. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass die Verfolgten sich dem Auslieferungsverfahren entziehen würden.













