Wegen des Krieges in der Ukraine fliehen immer mehr Menschen aus ihrer Heimat.
Wartende Menschen im westukrainischen Lemberg (Lwiw)
Wartende Menschen im westukrainischen Lemberg (Lwiw) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • EU-Kommissar spricht von «Krise historischen Ausmasses».

Seit Beginn des russischen Angriffs am Donnerstag flohen nach Angaben der Nachbarländer bis Sonntag rund mehr als 400.000 Menschen ins benachbarte Polen, Rumänien, Ungarn, in die Slowakei und nach Moldau; mehr als 160.000 weitere Menschen sind nach UN-Angaben im eigenen Land auf der Flucht. Die Kriegsflüchtlinge sollen nach den Worten von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in der EU schnell und unbürokratisch aufgenommen werden.

Beim Treffen der EU-Innenminister am Donnerstag solle eine Regelung beschlossen werden, wonach in allen Mitgliedstaaten das gleiche Verfahren gelte, erklärte Faeser nach einem Sondertreffen der Minister am Sonntag. Flüchtlinge aus der Ukraine müssen demnach kein Asylverfahren durchlaufen und erhalten vorübergehenden Schutz in der EU für bis zu drei Jahre.

«Alle EU-Staaten sind zur Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine bereit», erklärte Faeser. Europa sei angesichts der Bedrohung durch Russland «heute enger zusammengerückt»: «Wir stehen gemeinsam solidarisch an der Seite der Menschen in der Ukraine.»

EU-Katastrophenschutzkommissar Janez Lenarcic sagte in Brüssel, die EU müsse sich auf eine humanitäre Krise «von historischem Ausmass» vorbereiten. Sollte die russische Offensive andauern, sei nach UN-Schätzungen mit mehr als sieben Millionen Binnenflüchtlingen, rund vier Millionen Kriegsflüchtlingen und rund 18 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesenen Menschen in der Ukraine zu rechnen.

Die CSU-Politikerin Andrea Lindholz forderte die Bundesregierung auf, Deutschland auf alle Szenarien vorzubereiten. «Dazu gehört natürlich auch die Möglichkeit grosser Flüchtlingsströme aus der Ukraine in die EU», sagte die Vizechefin der Bundestagsfraktion der Union dem «Handelsblatt». Über das Technische Hilfswerk (THW) und Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) könne die Bundesrepublik den EU-Partnern im Osten Unterstützung anbieten.

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