Yvan Colonna wird von Mithäftling lebensgefährlich verletzt

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    Frankreich,

    Der korsische Separatist Yvan Colonna ist von einem Mithäftling lebensgefährlich verletzt worden. Er wurde wegen Mordes an einem Präfekten verurteilt.

    Freiheitsstrafen
    Konkret soll bei lebenslänglichen Freiheitsstrafen neu nach 17 Jahren zum ersten Mal eine bedingte Entlassung geprüft werden statt wie heute nach 15 Jahren. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der korsische Unabhängigkeitskämpfer Colonna wurde im Gefängnis lebensgefährlich verletzt.
    • Ein Insasse stülpte dem 61-Jährigen eine Tüte über den Kopf, bis dieser beinahe erstickte.
    • Das Motiv der Tat ist bisher unklar – die Justiz hat mit den Ermittlungen begonnen.

    Yvan Colonna wurde im Gefängnis in Arles lebensbedrohlich verletzt. Ein Mithäftling stülpte dem 61-Jährigen eine Tüte über den Kopf, bis dieser ohnmächtig wurde. Colonna sitzt hinter Gittern, weil er einen französischen Präfekten umgebracht hat.

    Die Hintergründe der Tat seien bislang unklar. Bei dem mutmasslichen Täter handle es sich um einen 36 Jahre alten Dschihadisten. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Polizeikreisen.

    Der mutmassliche Angreifer verbüsst eine neunjährige Haftstrafe wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Er soll unter anderem am Afghanistan-Krieg beteiligt gewesen sein. Die Justiz ermittelt wegen Mordverdachts.

    Lebenslage Haft für Yvan Colonna

    Yvan Colonna war in Frankreich wegen der Ermordung von Claude Erignac 1998 schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hat die Tat immer bestritten und zog bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Die Strassburger Richter wiesen die Klage jedoch als nicht zulässig ab. Der Häftling ist ein korsischer Schäfer und Unabhängigkeitskämpfer.

    Yvan Colonna
    Yvan Colonna wurde 1998 zu lebenslanger Haft verurteilt. - ARCHIVES/AFP/Archiv

    Eine Gruppe korsischer Nationalisten hatte den Präfekten am 6. Februar 1998 in Ajaccio auf offener Strasse erschossen, als er mit seiner Frau zu einem Konzert gehen wollte. Ein Jahr nach dem Mord bezichtigten mehrere Mitglieder des korsischen Kommandos Yvan Colonna der Tat. Später zogen sie ihre Aussagen zurück und erklärten, die Polizei habe sie bei den Verhören unter Druck gesetzt.

    Fünf Jahre lang lebte Colonna nach Mord in Freiheit

    Colonna war nach dem Tod des Präfekten abgetaucht und erst im Sommer 2003 in einer Schäferhütte auf Korsika gefasst worden. Er erklärte seine jahrelange Flucht damit, dass er von vornherein als Schuldiger abgestempelt worden sei.

    Er befindet sich in einem Gefängnis im südfranzösischen Arles. Seine Anträge auf eine Verlegung nach Korsika wurden bislang abgelehnt. Die französische Mittelmeerinsel war Jahrzehnte lang von Attentaten von Separatisten erschüttert worden.

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