WWF

    WWF: Illegaler Wildtierhandel in Griechenland boomt

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Griechenland,

    Griechenland ist im Fokus der WWF, denn ein illegales Wildtiergeschäft soll grösser sein als angenommen.

    Stieglitz Winter Samen Staude
    Für Griechenland zeigen die Recherchen, dass vor allem heimische Singvögel wie Stieglitze (Bild), Grünfinken und Erlenzeisige massenhaft gefangen und verkauft werden. (Symbolbild) - iStock

    Das illegale Geschäft mit Wildtieren in Griechenland ist nach einer Untersuchung der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) weit grösser als bislang angenommen.

    Die Organisation präsentierte am Dienstag eine über Jahre laufende Recherche, die den Umfang des Handels vor allem mit Vögeln, aber auch mit Reptilien, Schlangen, Insekten und seltenen Pflanzen dokumentiert.

    Für Griechenland zeigen die Recherchen, dass vor allem heimische Singvögel wie Stieglitze, Grünfinken und Erlenzeisige massenhaft gefangen und verkauft werden. Sie verbringen dann den Rest ihres Lebens in Käfigen.

    Illegales Tierhandelsgeschäft auf Platz vier weltweit

    In fast allen Tavernen des Landes sehen die Gäste diese Wildvögel. Den Besitzern gut zuzureden, bringt meistens nichts. «Sie empfinden das Singen der Wildvögel als sehr romantisch», sagt Marianne J., eine Deutsche, die seit Jahrzehnten in Griecheland lebt.

    Nach Angaben der international Polizeiorganisation Interpol zählt das weltweite illegale Wildtiergeschäft zu den lukrativsten Bereichen der organisierten Kriminalität. Es rangiert demnach auf Platz vier – direkt hinter Waffen-, Drogen- und Menschenhandel – und setzt jährlich mehr als 18 Milliarden Euro (rund 16,9 Milliarden Franken) um.

    Ermittler fanden zudem illegal gefangene Reptilien wie Schildkröten und Schlangen sowie Skorpione aus Griechenland auf europäischen Online-Märkten. Auch geschützte Pflanzenarten wie wilde Orchideen werden demnach aus der Natur entnommen und gehandelt.

    WWF fordert strengere Kontrollmassnahmen

    Die Nachfrage betrifft sowohl lebende Tiere als auch Produkte wie Häute oder geschützte Hölzer. Laut den Vereinten Nationen kann der illegale Wildtierhandel ganze Populationen an den Rand des Aussterbens bringen und damit Ökosysteme dauerhaft schädigen, wie die WWF weiter berichtete.

    Der World Wildlife Fund fordert deshalb mehr Kontrollen – auch im Internet –, höhere Strafen, zusätzliche Personalausstattung der Forstbehörden und ein Regelwerk für die private Haltung von Reptilien und anderen Wildtieren.

    Entscheidend sei aber auch die Rolle der Verbraucher. «Der Handel blüht, weil es Nachfrage gibt», schrieb in einer Mitteilung am Dienstag die WWF-Programmleiterin Panagiota Marangou. Käufer müssten sich bewusst sein, dass jede illegale Anschaffung Biodiversität zerstöre.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1131 (nicht angemeldet)

    Keine Reisen mehr nach Griechenland

    Weiterlesen

    wildtierbestände in der Krise
    700 Exoten befreit

    MEHR IN NEWS

    Trump
    13 Interaktionen
    Laut Trump
    KI
    14 Interaktionen
    Wegen KI

    MEHR WWF

    Fischotter
    24 Interaktionen
    WWF warnt
    3 Interaktionen
    Emser Altdeponie
    windpark
    5 Interaktionen
    Naturverträglich
    Verwaltungsgericht Bern
    2 Interaktionen
    Bern

    MEHR AUS GRIECHENLAND

    marco rubio hormus
    14 Interaktionen
    Laut Rubio
    5 Interaktionen
    Athen
    Marco Rubio
    3 Interaktionen
    Laut Rubio