Wo bleibt Bayreuths neuer General Manager?
Der Dienstantritt des neuen General Managers bei den Bayreuther Festspielen verzögert sich – und zwar deutlich. Erst nach den Jubiläumsfestspielen soll Matthias Rädel, der für den Posten vorgesehen ist, sein Amt antreten. Eigentlich war das schon für Anfang dieses Jahres geplant.

Das Kunstministerium des deutschen Bundeslandes Bayern begründet die Verzögerung mit andauernden Entscheidungsprozessen bei der Einführung einer neuen Verwaltungsstruktur für die altehrwürdigen Festspiele, die in diesem Jahr 150. Jubiläum feiern.
«Für die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur ist eine grundlegende Überarbeitung der Geschäfts- und Finanzordnung erforderlich, die sich derzeit in der Endabstimmung befindet», teilte das Ministerium mit. «Der Abschluss der Verträge mit dem künftigen Geschäftsführer und der Festspielleiterin ist erst nach finaler Ausgestaltung des Organisationsrahmens möglich und wird parallel vorangetrieben mit dem Ziel, die neue Struktur sowie den Wechsel in der Geschäftsführung erst nach Abschluss der diesjährigen Jubiläumsfestspiele in Kraft zu setzen.»
Was genau so schwierig ist an der «finalen Ausgestaltung des Organisationsrahmens», teilte das Ministerium nicht mit, betonte aber: «Der Verwaltungsrat steht dazu in engem Austausch mit Katharina Wagner und Dr. Rädel, der in einem Findungsverfahren für die neue Position des General Managers ausgewählt wurde.» Wann genau Rädel sein neues Amt antreten soll, wurde nicht mitgeteilt.
Man wolle sich erst einmal auf das Jubiläum konzentrieren, sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume. «Das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele ist ein kulturelles Grossereignis von internationalem Rang – dafür bündeln wir jetzt alle Energie», betonte er. «Volle Kraft aufs Jubiläum, parallel klären wir mit Hochdruck die offenen Governance-Fragen. Und nach den Jubiläumsfestspielen startet dann die Neuaufstellung.»
Nach dem Abschied von Geschäftsführer Ulrich Jagels im vergangenen Jahr hatte einmal mehr der frühere Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense die Interimsgeschäftsführung übernommen – eigentlich nur bis Anfang dieses Jahres.
Die weltbekannten, aber kompliziert organisierten Richard-Wagner-Festspiele ringen schon seit Jahren um eine neue, modernere Struktur. Schon 2024 war die Vertragsverlängerung von Intendantin Katharina Wagner bekanntgegeben worden. Schon damals hatten die damalige deutsche Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Bayerns Kunstminister Blume mitgeteilt, dass es künftig einen General Manager geben werde. Katharina Wagner werde – anders als bisher – keinen Geschäftsführerposten mehr bekleiden.
Dadurch solle der Intendantin ein noch stärkerer Fokus auf die künstlerische Leitung der Festspiele ermöglicht werden. Der künftige General Manager Rädel ist seit 2006 stellvertretender geschäftsführender Direktor und leitender Controller an der Deutschen Oper Berlin.










