Wladimir Putin

    Wladimir Putin: Frau muss Strafe fürchten – weil sie Frage stellte

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Russland,

    Eine Frau schickt eine Frage zur Pressekonferenz von Wladimir Putin ein. Kurz darauf wird sie von den Behörden mit dem Vorwurf des illegalen Protests besucht.

    Wladimir Putin
    Wladimir Putin beantwortete Fragen von Bürgern in einer Livesendung. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Frau weist bei Putins Pressekonferenz auf fehlende Spielplätze in ihrem Dorf hin.
    • Nun wird ihr die Organisation eines illegalen Protests vorgeworfen.
    • Behördenvertreter haben sie bereits bei ihr zu Hause besucht.

    In seiner Fragestunde «Direkter Draht» beantwortete Wladimir Putin Mitte Dezember Fragen von russischen Bürgern live im TV. Im Vorfeld der Sendung wurde ein Aufruf gestartet. Jeder könne sich mit einem Problem melden, man werde definitiv gehört.

    Diesem Aufruf folgte auch die Russin Marina Smetannikova. Darüber berichtet das kremlkritische Portal Meduza unter Berufung auf einen Post der Frau im sozialen Netzwerk «VK». Sie nahm zusammen mit Nachbarn ein Video auf und wies darin auf das Fehlen von Spielplätzen in ihrem Dorf hin. Sie lebt rund 60 Kilometer von Moskau entfernt.

    Wladimir Putin
    Kritiker von Wladimir Putin und des Kriegs leben in Russland gefährlich. Was alles bereits als Kritik zählt, überrascht auch russische Bürger. (Archivbild) - keystone

    In dem Video hielten die Bewohner Schilder hoch, auf denen unter anderem stand: «Unsere Kinder sind keine Priorität.»

    Doch der eigentlich harmlose Hinweis auf ein leicht zu lösendes Problem wird Smetannikova nun zum Verhängnis. Wie sie schreibt, werde ihr nun vorgeworfen, einen nicht erlaubten Protest organisiert zu haben. Behördenvertreter hätten bei ihr und einigen ihrer Nachbarn angeklopft. Sie fürchten, dass sie bestraft werden könnten.

    Verständnis hat Smetannikova dafür nicht: Sie habe keine politischen Forderungen, Slogans oder Aussagen verwendet, die «in Russland verboten sind». Zudem habe sich die Gruppe bereits Anfang Jahr in den Lokalmedien zu den fehlenden Spielplätzen geäussert.

    Wladimir Putin bei Pressekonferenz zu Rücktritt aufgefordert

    In Russland sind die Regeln bezüglich Kritik am Ukraine-Krieg und an Putin eindeutig: Sie ist verboten. Selbst das Wort Krieg ist untersagt, Russen müssen von einer «militärischen Spezialoperation» sprechen. Doch scheinbar sind auch Hinweise auf Probleme, die mit dem Krieg nichts zu tun haben, verboten.

    Smetannikova berichtet, in acht russischen Regionen gehe es Personen ähnlich: Sie hätten Wladimir Putin eine Frage eingeschickt und müssen nun mit einer Strafe rechnen.

    Glauben Sie, dass Putin auch 2024 wieder zum Präsidenten gewählt wird?

    Bei der Pressekonferenz beantwortete der Kremlchef ausgewählte Fragen. Doch auf die grossen Bildschirme im Studio schafften es auch sehr kritische Botschaften. So wurde Wladimir Putin unter anderem zum Rücktritt aufgefordert. Ob Moskau herausgefunden hat, wer dahinter steckte, ist unklar.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Wladimir Putin Ukraine Krieg
    231 Interaktionen
    Putin tobt im TV
    putin kritiker kara mursa
    12 Interaktionen
    Putin-Kritiker
    wladimir Putin
    654 Interaktionen
    Fragen-Runde

    MEHR IN NEWS

    1 Interaktionen
    Affäre zugegeben
    1 Interaktionen
    Buenos Aires
    Trump
    208 Interaktionen
    Nach Wahlen
    Wein
    14 Interaktionen
    Konsum ankurbeln

    MEHR WLADIMIR PUTIN

    Wladimir Putin
    108 Interaktionen
    Ärger für Putin
    Russland
    224 Interaktionen
    Fall auch in Schweiz
    wladimir putin
    391 Interaktionen
    «Wir sind bereit»
    aa
    2'310 Interaktionen
    Westen als Ziel

    MEHR AUS RUSSLAND

    Peskow Putin ukraine
    35 Interaktionen
    Zur Ukraine
    cannabis
    14 Interaktionen
    Studie
    14 Interaktionen
    Moskau
    nemzow
    20 Interaktionen
    Moskau