Umweltminister: «Wal Timmy hatte sein Leben noch vor sich»
Wochenlang kämpfte Umweltminister Till Backhaus (SPD) um das Leben von Wal Timmy. Jetzt ist das Tier tot – und der Minister sichtlich bewegt.

Das Wichtigste in Kürze
- Wal Timmy wurde nach wochenlangem Rettungskampf tot vor Dänemark gefunden.
- Umweltminister Backhaus verteidigt die umstrittene Rettungsaktion emotional.
- Kritik aus der Wissenschaft weist der SPD-Politiker entschieden zurück.
Wochenlang hatte der junge Wal die Schlagzeilen bestimmt – nun ist «Timmy» tot. Für Umweltminister Till Backhaus (SPD), der durch den Fall bundesweit zum «Wal-Minister» wurde, ist das ein schwerer Schlag. In einem bewegenden Statement stellt er sich gegen die zahlreichen Kritiker der Rettungsaktion.
Backhaus lässt keinen Zweifel daran, dass er hinter seinem Vorgehen steht. «Ich habe verantwortungsbewusst gehandelt», sagte er dem «Stern». Deutschland habe etwas «Einmaliges» gewagt: «einen jungen Wal zu retten, ihm seine Freiheit zu schenken.»
Minister: «Es ist eine emotionale Bindung mit Wal Timmy entstanden»
Wie nah ihm Wal Timmy ging, machte der Minister besonders deutlich. Über die Wochen sei eine «emotionale Bindung» entstanden. Mehrfach habe er den Wal besucht und ihm «in die Augen geschaut».
Sein Fazit fällt entsprechend persönlich aus: «Er hatte Hilfe verdient. Er hatte sein Leben noch vor sich.»
Gleichzeitig nutzte Backhaus die Gelegenheit für einen Seitenhieb gegen das Nachbarland. «Gucken Sie mal nach Schleswig-Holstein. Wer von der Regierung war denn da wie oft vor Ort? Wir als Landesregierung haben uns gekümmert – ich habe mich gekümmert.»

Auch die wissenschaftliche Kritik lässt der SPD-Politiker nicht gelten – und verweist auf widersprüchliche Prognosen zur Lebenserwartung des Tieres.
«Die Wissenschaft kann sich im Übrigen auch irren. So wurde gesagt, der Wal könnte in fünf Tagen sterben, vielleicht auch in 21», so Backhaus. Am Ende habe «Timmy» deutlich länger überlebt.
Tote Timmy wurde vor dänischer Insel entdeckt
Das Schicksal von Wal Timmy hatte die Menschen über Wochen bewegt. Immer wieder strandete er an der deutschen Ostseeküste, Helfer kämpften um sein Überleben. Mitte April brachte man das Tier schliesslich Richtung Nordsee.
Die Freilassung Anfang Mai rund 70 Kilometer nördlich von Skagen geriet dann zum Drama. Der Tracker am Tier versagte, danach war «Timmy» wie vom Erdboden verschluckt. Tagelang blieb sein Verbleib ungewiss – bis der tote Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt wurde.















