Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft die Länder zu dringenden Reformen im Gesundheitswesen auf.
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Die Weltgesundheitsorganisation ruft die Länder zu Reformen ihrer Gesundheitssysteme auf. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weltgesundheitsorganisation ruft die Länder zu Reformen ihrer Gesundheitssysteme auf.
  • Eine Kommission wurde eingesetzt, um Lehren aus der Pandemie zu ziehen.

Eine Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Länder in Europa und darüber hinaus zu umfassenden Reformen ihrer Gesundheitssysteme aufgerufen. Trotz wiederholter Warnungen vor einer globalen Pandemie sei die Welt nicht auf das Ende 2019 aufgetretene Coronavirus vorbereitet gewesen. Dies erklärte das WHO-Regionalbüro Europa am Freitag.

Anlass ist die Veröffentlichung eines Abschlussberichts der vom italienischen Ex-Ministerpräsidenten Mario Monti geleiteten Kommission. Dieser wurde während der Pandemie eingesetzt. Voneinander abweichende und fehlerhafte politische Schritte hätten dazu geführt, dass die Folgen von Covid-19 katastrophal waren und es weiter sind.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die empfohlenen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft deutlich strenger gefasst. - Keystone

Mehr als 1,2 Millionen Menschen seien in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung in der europäischen Region gestorben. Die Wirtschaft habe zudem einen beispiellosen Abschwung erlebt, der selbst die globale Finanzkrise 2008 in den Schatten stelle. Die gemachten Fehler dürften sich nicht wiederholen.

«Wir können nicht zulassen, dass eine andere Pandemie die Welt in die Knie zwingt. Alles was in unserer Macht steht, muss unternommen werden, um zu verhindern, dass eine Katastrophe gleichen Ausmasses noch einmal passiert.» Wie der WHO-Regionaldirektor Hans Kluge erklärte. Grösste Herausforderung sei nicht das Finden erfolgreicher Strategien gewesen, sondern das kollektive Unvermögen, diese Strategien effektiv umzusetzen.

Kommission wurde eingesetzt, um Lehren aus der Pandemie zu ziehen

Die Kommission, die offiziell Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung heisst, wurde im August 2020 von der WHO eingesetzt. Ziel war es Lehren aus der Pandemie zu ziehen und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten.

In ihrem nun vorgelegten Abschlussbericht empfahl sie mehrere umfassende Reformen der Gesundheits- und Sozialsysteme. Gemäss eines «One Health»-Konzepts müsse die Verflechtung der Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer gemeinsamen Umwelt anerkannt werden.

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Die WHO müsse die führende Organisation für die globale Pandemiebekämpfung bleiben - Keystone

Es müsse stärker in die nationalen Gesundheitssysteme sowie in Innovationen und das Sammeln und Teilen von Daten investiert werden. Alleingänge müssten künftig vermieden werden.

«Was die Welt unserer Ansicht nach braucht, ist eine mutige neue Strategie für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung.» Dies teilte Monti im Vorwort des Berichts mit. Die Pandemie habe die Erde in einen echten, nicht simulierten Stresstest versetzt. «Dieser Test», so Monti, «hat mit beispielloser Klarheit eine ernste chronische Krankheit der politischen Entscheidungsfindung offenbart: Kurzsichtigkeit.»

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